Kaufleute im E-Commerce Prüfung 2026: Aufbau, Inhalte und Gewichtung

Die Abschlussprüfung für Kaufleute im E-Commerce besteht aus Teil 1 und Teil 2. In den einzelnen Prüfungsbereichen der Abschlussprüfung geht es unter anderem um Sortimentsbewirtschaftung und Vertragsanbahnung, Geschäftsprozesse im E-Commerce, Kundenkommunikation im E-Commerce, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie ein Fachgespräch zu einem projektbezogenen Prozess im E-Commerce. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie die Prüfung aufgebaut ist, wie die einzelnen Bereiche gewichtet werden, welche Inhalte drankommen und worauf du dich bei der Vorbereitung besonders konzentrieren solltest

Prüfungsbereich Prüfungsteil Zeit Gewichtung
Sortimentsbewirtschaftung und Vertragsanbahnung Mitte der Ausbildung 90 Min 25 %
Geschäftsprozesse im E-Commerce Ende der Ausbildung 120 Min 30 %
Kundenkommunikation im E-Commerce Ende der Ausbildung 60 Min 15 %
Wirtschafts- und Sozialkunde Ende der Ausbildung 60 Min 10 %
Fachgespräch zu einem projektbezogenen Prozess Ende der Ausbildung 20 Min 20 %
Inhalt

Wie ist die Abschlussprüfung für Kaufleute im E-Commerce aufgebaut?

Wichtig: Für Kaufleute im E-Commerce gelten die Inhalte und Anforderungen der jeweils maßgeblichen Ausbildungs- und Prüfungsordnung.

Die Prüfung besteht aus Teil 1 und Teil 2. Teil 1 findet bereits während der Ausbildung statt und fließt in deine Abschlussnote ein. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung.

Teil 1 umfasst folgenden Prüfungsbereich:

  • Sortimentsbewirtschaftung und Vertragsanbahnung

Teil 2 umfasst folgende Prüfungsbereiche:

  • Geschäftsprozesse im E-Commerce
  • Kundenkommunikation im E-Commerce
  • Fachgespräch zu einem projektbezogenen Prozess im E-Commerce
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Wie setzt sich die Abschlussnote zusammen?

Die Abschlussnote für Kaufleute im E-Commerce setzt sich aus Teil 1 und Teil 2 zusammen. Teil 1 zählt 25 %, Teil 2 zählt 75 %.

Die einzelnen Prüfungsbereiche werden dabei so gewichtet:

Teil 1: Sortimentsbewirtschaftung und Vertragsanbahnung – 25 %
Teil 2: Geschäftsprozesse im E-Commerce – 30 %
Teil 2: Kundenkommunikation im E-Commerce – 15 %
Teil 2: Wirtschafts- und Sozialkunde – 10 %
Teil 2: Fachgespräch zu einem projektbezogenen Prozess – 20 %

Wann gilt die Abschlussprüfung für Kaufleute im E-Commerce als bestanden?

Die offizielle Verordnung in § 15 für Kaufleute im E-Commerce besagt, dass die Abschlussprüfung bestanden ist, wenn:

  • das Gesamtergebnis aus Teil 1 und Teil 2 mindestens ausreichend ist
  • das Ergebnis von Teil 2 mindestens ausreichend ist,
  • in mindestens drei Prüfungsbereichen von Teil 2 mindestens ausreichend erreicht wurde
  • und in keinem Prüfungsbereich von Teil 2 die Note ungenügend vorliegt.

Was kommt in den einzelnen schriftlichen Prüfungen der Kaufleute im E-Commerce dran?

Wenn du dich als angehende Kauffrau oder als angehender Kaufmann im E-Commerce auf deine IHK-Prüfung vorbereitest, solltest du nicht einfach wahllos Unterlagen durcharbeiten. Sinnvoller ist es, die Prüfung nach ihren Prüfungsbereichen zu strukturieren. Denn jeder Bereich hat eigene Inhalte, typische Aufgabenformate und bestimmte Schwerpunkte, die du kennen solltest.

Wir von MyDigiAcademy haben dafür zahlreiche frühere Prüfungen ausgewertet und so einen guten Überblick darüber gewonnen, welche Themen besonders häufig vorkommen und welche Schwerpunkte du in den einzelnen Prüfungsbereichen setzen solltest.

Im folgenden Überblick findest du die wichtigsten Fakten, Inhalte und Besonderheiten der einzelnen Prüfungen.

Sortimentsbewirtschaftung und Vertragsanbahnung

In dieser Prüfung geht es vor allem um Sortimentsbewirtschaftung und Vertragsanbahnung im Onlinehandel. Du sollst zeigen, dass du Waren- und Dienstleistungssortimente analysieren, Angebote im E-Commerce vorbereiten, Verträge anbahnen und dabei rechtliche sowie wirtschaftliche Anforderungen berücksichtigen kannst. Dabei geht es nicht nur um Fachwissen, sondern auch darum, Zusammenhänge zu verstehen und typische Situationen aus dem E-Commerce praxisnah zu bearbeiten.

Wichtige Inhalte sind zum Beispiel:

  • Sortimente gestalten und weiterentwickeln
  • Waren und Dienstleistungen im Onlinehandel beurteilen
  • Zielgruppen und Kundenbedarfe analysieren
  • Angebote im E-Commerce vorbereiten und darstellen
  • Vertragsanbahnung im Onlinehandel
  • Preisgestaltung und Kalkulation
  • Wettbewerbsanalyse
  • Online-Vertriebskanäle und Absatzwege
  • rechtliche Grundlagen im E-Commerce
  • Verbraucherschutz, Informationspflichten und Vertragsrecht
  • Daten auswerten, um Sortimente und Angebote zu verbessern
  • wirtschaftliche und kundenorientierte Entscheidungen im Onlinehandel

Geschäftsprozesse im E-Commerce

In dieser Prüfung geht es vor allem um betriebliche Abläufe und wirtschaftliche Entscheidungen im Onlinehandel. Du sollst zeigen, dass du komplexe Aufgaben im E-Commerce bearbeiten, fachliche und wirtschaftliche Zusammenhänge analysieren und passende Lösungen für typische Fragestellungen entwickeln kannst. Außerdem geht es darum, rechtliche Vorgaben einzuhalten und englischsprachige Informationen und Fachbegriffe situationsbezogen zu nutzen.

Wichtige Inhalte sind zum Beispiel:

  • Einsatz von Online-Vertriebskanälen
  • Nutzungsprozesse im E-Commerce analysieren und optimieren
  • zielgruppenorientiertes und produktbezogenes Online-Marketing
  • kundenbezogene und ergebnisorientierte Auswertung von Daten
  • Kennzahlen im E-Commerce nutzen und bewerten
  • fachliche und wirtschaftliche Zusammenhänge im Onlinehandel
  • Lösungen für komplexe Aufgabenstellungen entwickeln
  • rechtliche Regelungen bei Geschäftsprozessen im E-Commerce
  • englischsprachige Informationen und Fachbegriffe anwenden
  • technische und wirtschaftliche Entwicklungen auf ihre Relevanz prüfen

Wirtschafts- und Sozialkunde

In dieser Prüfung geht es vor allem um wirtschaftliche, rechtliche und gesellschaftliche Grundlagen, die für den Berufsalltag wichtig sind. Du sollst zeigen, dass du betriebliche und volkswirtschaftliche Zusammenhänge verstehst und typische Fragen aus Beruf, Unternehmen und Wirtschaft einordnen kannst.

Wichtige Inhalte sind zum Beispiel:

Kaufverträge und rechtliche Grundlagen (Willenserklärungen, Rechts- und Geschäftsfähigkeit, Kaufvertrag, Vertragsstörungen, mangelhafte Lieferung, Lieferungsverzug, Zahlungsverzug, Verjährung)
In Ausbildung und Beruf orientieren (Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsverhältnis, Arbeitsrecht, Jugendarbeitsschutz, Tarifvertrag, Mitbestimmung, Sozialversicherungssystem, Kündigung, Lohn und Gehalt)
Markt und Preis (Angebot und Nachfrage, Preisbildung, Wettbewerb, Marktformen, Kaufkraft, Inflation und Deflation)
Unternehmensaspekte (Rechtsformen von Unternehmen, Kaufmannseigenschaft, Handelsregister, Firma, Prokura und Vollmacht, betriebliche Abläufe im Unternehmen)
Wirtschaftspolitik (Ziele der Wirtschaftspolitik, Konjunktur, Beschäftigung, Geldwert, Geldpolitik der Europäischen Zentralbank)

Kundenkommunikation im E-Commerce

In dieser Prüfung geht es vor allem um die Kommunikation mit Kundinnen und Kunden im Onlinehandel. Du sollst zeigen, dass du Kundenanliegen lösungsorientiert bearbeiten, bei Störungen in der Vertragserfüllung richtig reagieren und dabei rechtliche Vorgaben im E-Commerce sicher anwenden kannst. Außerdem kommt es darauf an, dass du kundenorientiert, serviceorientiert und situationsgerecht kommunizierst.

Wichtige Inhalte sind zum Beispiel:

  • Kundenanfragen lösungsorientiert bearbeiten
  • Beschwerden und Reklamationen im E-Commerce
  • Störungen bei der Vertragserfüllung bearbeiten
  • Rücksendungen und Rückabwicklungsprozesse
  • kunden- und serviceorientierte Kommunikation
  • rechtliche Grundlagen der Kundenkommunikation
  • Informationspflichten im Onlinehandel
  • Verbraucherschutz und Vertragsrecht
  • situationsgerechte schriftliche Kommunikation
  • kundenbezogene Probleme analysieren und passende Lösungen entwickeln

Wie läuft die Projektarbeit ab und was zählt sie?

Der Prüfungsbereich „Fachgespräch zu einem projektbezogenen Prozess im E-Commerce“ gehört zu Teil 2 der Abschlussprüfung und findet damit am Ende der Ausbildung statt. Schon vor dem Fachgespräch führst du im Betrieb eine praxisbezogene Aufgabe zu einem festgelegten Themengebiet durch. Dazu erstellst du einen Report, in dem du Aufgabenstellung, Zielsetzung, Planung, Vorgehen, Ergebnis und deine Reflexion des Prozesses beschreibst. Der Report darf höchstens drei DIN-A4-Seiten umfassen und wird durch eine Anlage mit Visualisierungen ergänzt, zum Beispiel mit Screenshots, Grafiken, Flussdiagrammen, Statistiken oder Tabellen. Im Fachgespräch selbst geht es dann darum, dass du deine Aufgabe und deinen Lösungsweg kurz darstellst und anschließend Fragen dazu beantwortest. Das Gespräch dauert höchstens 20 Minuten. Geprüft wird, ob du berufstypische Aufgabenstellungen erfassen, Probleme und Vorgehensweisen erörtern, Lösungswege entwickeln, kunden- und serviceorientiert handeln und projektorientiert im E-Commerce arbeiten kannst. Präsentationsmedien oder sonstige Materialien sind dabei nicht vorgesehen. Mögliche Themengebiete sind zum Beispiel: Auswählen und Einsetzen eines Online-Vertriebskanals Optimieren von Nutzungsprozessen im E-Commerce Entwickeln und Umsetzen von Online-Marketing Nutzen der kaufmännischen Steuerung und Kontrolle Wichtig: Der gesamte Prüfungsbereich „Fachgespräch zu einem projektbezogenen Prozess im E-Commerce“ zählt 20 % zur Abschlussnote.

Welche Fehler solltest du bei der Prüfungsvorbereitung für Kaufleute im E-Commerce vermeiden?

Typische Fehler bei der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung für Kaufleute im E-Commerce sind: zu spät anfangen, ohne Plan lernen, wichtige Themen aufschieben und zu wenig mit echten Prüfungsaufgaben üben. Viele Azubis unterschätzen außerdem, wie wichtig es ist, den Prüfungsaufbau und die Anforderungen der einzelnen Prüfungsbereiche zu kennen. Wer nicht weiß, welche Inhalte in Teil 1, Teil 2 und besonders im Fachgespräch zu einem projektbezogenen Prozess im E-Commerce wichtig sind, lernt oft an den Anforderungen vorbei und setzt die falschen Schwerpunkte.

Typische Fehler sind zum Beispiel:

  • zu spät mit dem Lernen anfangen
  • ohne klaren Lernplan lernen
  • schwierige oder wichtige Themen aufschieben
  • zu wenig mit typischen Prüfungsaufgaben üben

Häufige Fragen zur Prüfung für Kaufleute im E-Commerce

Zählt Teil 1 schon für die Abschlussnote?

Ja. Teil 1 der Abschlussprüfung zählt bereits für deine Abschlussnote und fließt mit 25 % in das Gesamtergebnis ein. Teil 2 macht die restlichen 75 % aus.

Teil 1 findet nach 15 Monaten Ausbildung statt. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung.

Den größten Anteil an der Abschlussnote hat „Geschäftsprozesse im E-Commerce“ mit 30 %. Direkt danach folgen Teil 1: Sortimentsbewirtschaftung und Vertragsanbahnung mit 25 % und das Fachgespräch zu einem projektbezogenen Prozess im E-Commerce mit 20 %.

Vor dem Fachgespräch führst du im Betrieb eine praxisbezogene Aufgabe durch und erstellst dazu einen Report. Im anschließenden Fachgespräch stellst du Aufgabe und Lösungsweg kurz dar; das Gespräch dauert höchstens 20 Minuten.

Das Fachgespräch bezieht sich auf eines von vier Gebieten: Online-Vertriebskanal auswählen und einsetzen, Nutzungsprozesse im E-Commerce optimieren, Online-Marketing entwickeln und umsetzen oder kaufmännische Steuerung und Kontrolle nutzen. Welches Gebiet gewählt wird, legst du bereits mit der Anmeldung zu Teil 2 fest.

Der Report darf höchstens drei DIN-A4-Seiten umfassen. Zusätzlich ist eine Anlage mit Visualisierungen erlaubt, zum Beispiel mit Grafiken, Screenshots, Flussdiagrammen, Statistiken oder Tabellen; diese Anlage darf höchstens fünf DIN-A4-Seiten umfassen

Unter bestimmten Voraussetzungen ist in einem schriftlichen Prüfungsbereich von Teil 2 eine mündliche Ergänzungsprüfung möglich. Das kann wichtig sein, wenn genau dieser Bereich darüber entscheidet, ob du die Abschlussprüfung bestehst.

Die Prüfung ist bestanden, wenn das Gesamtergebnis aus Teil 1 und Teil 2 mindestens ausreichend ist, Teil 2 insgesamt mindestens ausreichend ist, in mindestens drei Prüfungsbereichen von Teil 2 mindestens ausreichend erreicht wurde und in keinem Prüfungsbereich von Teil 2 die Note ungenügend vorliegt.

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Fazit

Wer sich auf die Prüfung für Kaufleute im E-Commerce vorbereiten will, sollte vor allem den Aufbau, die Anforderungen und die Inhalte der einzelnen Prüfungsbereiche kennen. Genau das ist die Grundlage, um einen sinnvollen Lernplan zu erstellen und wichtige Themen rechtzeitig zu wiederholen. Besonders hilfreich ist es, nicht wahllos zu lernen, sondern sich an typischen Prüfungsinhalten und Aufgabenformaten zu orientieren. So kannst du dich gezielt auf Teil 1, Teil 2 und besonders auf das Fachgespräch zu einem projektbezogenen Prozess im E-Commerce vorbereiten, sicherer in die Prüfung gehen und deine Chancen auf ein gutes Ergebnis deutlich verbessern.
Bild von Über die Autorin: Anna von MyDigiAcademy
Über die Autorin: Anna von MyDigiAcademy

Anna ist Teil des Expertenteams von MyDigiAcademy und entwickelt Lerninhalte für kaufmännische Ausbildungsberufe in enger Orientierung an den Anforderungen der IHK. MyDigiAcademy hat bereits tausenden Azubis, unter anderem mit Lernvideos und Prüfungssimulationen, bei der Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfung geholfen. Durch diese Erfahrung weiß das Team genau, welche Inhalte in der Prüfung wirklich zählen und wie Azubis sich gezielt und effektiv auf ihre IHK-Prüfungen vorbereiten können.

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