Elektroniker/-in für Energie- und Gebäudetechnik Prüfung 2026: Aufbau, Inhalte und Gewichtung

Seit 2018 gilt für Elektroniker/-innen für Energie- und Gebäudetechnik die aktuelle Ausbildungsordnung. Die Prüfung ist als gestreckte Abschlussprüfung aufgebaut und besteht aus zwei Teilen: Teil 1 (praktisch, findet vor Ende der Ausbildung statt) und Teil 2 (schriftlich und praktisch, am Ende der Ausbildung). Insgesamt umfasst Teil 2 vier Prüfungsbereiche. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, welche einzelnen Prüfungen es gibt, wie sie gewichtet werden, was in den jeweiligen Prüfungen drankommt und was du beim Lernen beachten solltest.

Prüfungsbereich Prüfungsteil Zeit Gewichtung
Elektronische Anlagen und Betriebsmittel (Teil 1) Teil 1 (praktisch) max. 8 Std. 30 %
Kundenauftrag (Teil 2) Teil 2 (praktisch) 16 Stunden inklusive situativem Fachgespräch (max. 20 Minuten) 36 %
Systementwurf schriftlich 120 Min 12 %
Funktions- und Systemanalyse schriftlich 120 Min 12 %
Wirtschafts- und Sozialkunde schriftlich 60 Min 10 %
Inhalt

Wie ist die Abschlussprüfung für Elektroniker/-innen für Energie- und Gebäudetechnik aufgebaut?

Wichtig: Die genauen Anforderungen richten sich nach deiner Ausbildungsordnung und den Vorgaben deiner zuständigen HWK. Für den Ausbildungsberuf Elektroniker/-in für Energie- und Gebäudetechnik gilt die aktuelle Ausbildungsordnung. Die Prüfung ist als gestreckte Gesellenprüfung aufgebaut und besteht aus zwei Teilen:

  • Teil 1 der Gesellenprüfung findet bereits im Laufe der Ausbildung statt (ersetzt die klassische Zwischenprüfung).
  • Teil 2 der Gesellenprüfung findet am Ende deiner Ausbildung statt und umfasst folgende Prüfungsbereiche:
    • Kundenauftrag (praktischer Teil)
    • Systementwurf
    • Funktions- und Systemanalyse
    • Wirtschafts- und Sozialkunde

Wie setzt sich die Abschlussnote zusammen?

Damit du eine gute Gesamtnote erreichst, solltest du wissen, wie sich deine Note zusammensetzt — denn nicht jeder Prüfungsbereich zählt gleich viel.

Die gestreckte Gesellenprüfung für Elektroniker/-innen für Energie- und Gebäudetechnik umfasst insgesamt fünf Prüfungsbereiche mit folgender Gesamtgewichtung:

  • Elektrotechnische Anlagen und Betriebsmittel, Teil 1 (praktisch): 30 %
  • Kundenauftrag, Teil 2 (praktisch): 36 %
  • Systementwurf, Teil 2 (schriftlich): 12 %
  • Funktions- und Systemanalyse (schriftlich), Teil 2: 12 %
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich), Teil 2: 10 %

Wann gilt die Gesellenprüfung für Elektroniker/-innen für Energie- und Gebäudetechnik als bestanden?

Die Gesellenprüfung für Elektroniker/-innen für Energie- und Gebäudetechnik gilt als bestanden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • im Gesamtergebnis aus Teil 1 und Teil 2 mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden,
  • im Ergebnis von Teil 2 mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden,
  • im Prüfungsbereich Kundenauftrag mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden,
  • in mindestens zwei weiteren Prüfungsbereichen von Teil 2 (Systementwurf, Funktions- und Systemanalyse sowie Wirtschafts- und Sozialkunde) mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden
  • und kein Prüfungsbereich von Teil 2 mit „ungenügend“ bewertet wurde.

Was kommt in den einzelnen Prüfungen für Elektroniker/-innen für Energie- und Gebäudetechnik dran?

Wenn du dich als angehender Elektroniker oder als angehende Elektronikerin für Energie- und Gebäudetechnik auf deine Prüfung vorbereitest, solltest du nicht einfach wahllos Unterlagen durcharbeiten. Besser ist es, die Prüfung nach ihren Prüfungsbereichen zu strukturieren — denn jeder Bereich hat eigene Inhalte, Aufgabenformate und Schwerpunkte.

Wir von MyDigiAcademy haben zahlreiche vergangene Prüfungen ausgewertet und zeigen dir, welche Themen besonders häufig vorkommen.

Im folgenden Überblick findest du die wichtigsten Fakten, Inhalte und Besonderheiten der einzelnen Prüfungen.

Elektrotechnische Anlagen und Betriebsmittel (Teil 1)

In der Gesellenprüfung Teil 1 zeigst du, dass du elektrotechnische Anlagen und Betriebsmittel selbstständig planen, installieren und prüfen kannst. Du führst einen vollständigen praktischen Arbeitsauftrag aus dem Bereich Energie- und Gebäudetechnik durch und dokumentierst deine Vorgehensweise. Bewertet werden Planung, Ausführung, Funktionsprüfung und Arbeitssicherheit.

Typische Inhalte:

  • Elektrische Leitungen und Installationen in Gebäuden verlegen
  • Schaltpläne und technische Unterlagen anwenden
  • Unterverteilungen, Steckdosen und Schalter installieren
  • Beleuchtungs- und Sicherheitsanlagen anschließen
  • Funktionsprüfung durchführen und dokumentieren
  • Arbeitssicherheit und VDE-Vorschriften beachten

Systementwurf

Im Systementwurf bearbeitest du schriftliche Aufgaben rund um die Planung und den Entwurf gebäudetechnischer Anlagen. Du musst zeigen, dass du technische Lösungen entwickeln, Schaltungen entwerfen und elektrotechnische Konzepte für Gebäude fachgerecht umsetzen kannst.

Typische Inhalte:

  • Schaltungskonzepte für Gebäudeinstallationen entwickeln und beurteilen
  • Schaltpläne und Stromlaufpläne erstellen
  • Elektrische Betriebsmittel und Komponenten auswählen
  • Energieversorgung, Schutzeinrichtungen und Absicherungen planen
  • Sicherheitsanforderungen, VDE-Normen und Vorschriften berücksichtigen

Funktions- und Systemanalyse

In der Funktions- und Systemanalyse bearbeitest du schriftliche Aufgaben zur Analyse und Fehlerdiagnose an gebäudetechnischen Anlagen. Du musst zeigen, dass du Systeme und ihre Funktionen verstehst, Fehler systematisch eingrenzen und Lösungen ableiten kannst.

Typische Inhalte:

  • Fehler in Gebäudeinstallationen und gebäudetechnischen Anlagen systematisch eingrenzen
  • Schaltpläne und Anlagendokumentationen analysieren
  • Elektrische Größen messen und auswerten
  • Mess- und Prüfverfahren sowie Diagnosesysteme anwenden
  • Instandhaltungsmaßnahmen ableiten und dokumentieren

Wirtschafts- und Sozialkunde

In dieser Prüfung geht es um allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen aus der Berufs- und Arbeitswelt. Gefragt sind grundlegende Kenntnisse, die für den Berufsalltag wichtig sind.

Typische Inhalte:

  • Rechte und Pflichten in der Ausbildung
  • Arbeitsrecht und Sozialversicherung
  • Aufbau und Organisation des Betriebs
  • wirtschaftliche Grundzusammenhänge
  • Umwelt- und Arbeitsschutz

Wie läuft der Kundenauftrag (Teil 2) ab?

Prüfungsart: Praktisch Dauer: 16 Stunden inklusive situativem Fachgespräch (max. 20 Minuten) Gewichtung: 36 % der Gesamtnote Zeitpunkt: Am Ende der Ausbildung (Teil 2) Der Kundenauftrag in Teil 2 ist der umfangreichste praktische Prüfungsteil und zeigt, ob du einen vollständigen Auftrag in der Energie- und Gebäudetechnik eigenständig bearbeiten kannst. Dabei geht es darum, eine gebäudetechnische Anlage zu errichten, zu ändern oder instand zu halten. Während der Prüfung führst du eine Arbeitsaufgabe durch, die einem echten Kundenauftrag entspricht. Dabei zeigst du, dass du fachgerecht planst, Arbeitsabläufe sinnvoll umsetzt, technische Unterlagen nutzt, die Anlage fachgerecht ausführst und deine Arbeit nachvollziehbar dokumentierst. Während der Durchführung findet ein situatives Fachgespräch statt. Darin erklärst du deine Vorgehensweise und beantwortest fachliche Fragen der Prüfungskommission. Typische Aufgaben können zum Beispiel das Errichten, Ändern oder Instandhalten gebäudetechnischer Anlagen, das Prüfen von Funktionen, das Erkennen und Beheben von Fehlern sowie das Dokumentieren der Ergebnisse umfassen.

Welche Fehler solltest du bei der Prüfungsvorbereitung vermeiden?

Typische Fehler bei der Vorbereitung auf die Prüfung für Elektroniker/-innen für Energie- und Gebäudetechnik sind: zu spät anfangen, ohne Plan lernen, wichtige Themen aufschieben und zu wenig mit echten Prüfungsaufgaben üben. Viele Azubis unterschätzen außerdem, wie wichtig es ist, den Prüfungsaufbau und die Gewichtung der einzelnen Bereiche zu kennen. Wer nicht weiß, welche Prüfungen wie stark zählen und welche Inhalte wirklich relevant sind, lernt oft am Bedarf vorbei und setzt die falschen Schwerpunkte.

Typische Fehler sind zum Beispiel:

  • zu spät mit dem Lernen anfangen
  • ohne klaren Lernplan lernen
  • schwierige oder wichtige Themen aufschieben
  • zu wenig mit typischen Prüfungsaufgaben üben

Häufige Fragen zur Prüfung für Elektroniker/-innen für Energie- und Gebäudetechnik

Was ist der Unterschied zwischen Teil 1 und Teil 2 der Abschlussprüfung?

Teil 1 findet bereits während der Ausbildung statt und fließt mit 30 % in die Gesamtnote ein. Hier zeigst du vor allem, dass du typische berufliche Aufgaben aus der Energie- und Gebäudetechnik praktisch umsetzen und dokumentieren kannst. Teil 2 findet am Ende der Ausbildung statt und zählt 70 %. Er besteht aus dem Kundenauftrag, der Systementwurfsaufgabe, der Funktions- und Systemanalyse sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Teil 2 ist also umfangreicher und hat den größeren Einfluss auf dein Prüfungsergebnis.

Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und wird dual durchgeführt — du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Am Ende der Ausbildung legst du die Abschlussprüfung Teil 2 ab.

Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und wird dual durchgeführt — du lernst im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Am Ende der Ausbildung legst du die Abschlussprüfung Teil 2 ab.

Teil 1 zählt 40 % der Gesamtnote. In Teil 2 zählen: Arbeitsauftrag (30 %), Systementwurf (12 %), Funktions- und Systemanalyse (12 %) und Wirtschafts- und Sozialkunde (6 %).

Die Prüfung kann zweimal wiederholt werden. Welche Prüfungsbereiche du wiederholen musst, hängt davon ab, wo du nicht bestanden hast. Deine zuständige IHK informiert dich über die nächsten Termine und das weitere Vorgehen.

Zuständig ist die IHK in der Region deines Ausbildungsbetriebs — zum Beispiel die IHK München und Oberbayern, IHK Region Stuttgart, IHK Köln oder IHK Düsseldorf. Alle Prüfungsanmeldungen, Termine und Unterlagen laufen über deine jeweilige IHK.

In Teil 1 führst du einen praktischen Arbeitsauftrag durch (max. 8 Stunden). Du planst, installierst und nimmst eine elektrotechnische Anlage der Energie- und Gebäudetechnik in Betrieb und dokumentierst deine Vorgehensweise. Bewertet werden Planung, Ausführung, Funktionsprüfung und Arbeitssicherheit.

Starte mindestens 3–4 Monate vor der Prüfung mit der strukturierten Vorbereitung. Lerne nach Prüfungsbereichen, übe mit echten Prüfungsaufgaben und mach dich mit dem genauen Prüfungsaufbau und der Gewichtung vertraut. Mit der MyDigiAcademy Lernapp für Elektroniker/-innen für Energie- und Gebäudetechnik kannst du dir einen individuellen Lernplan erstellen lassen.

Wenn du beim Lernen Unterstützung suchst:

Dann schau doch mal bei unserer Lernapp vorbei

Fazit

Die Gesellenprüfung für Elektroniker/-innen für Energie- und Gebäudetechnik ist anspruchsvoll — aber mit der richtigen Vorbereitung absolut schaffbar. Wer den Prüfungsaufbau kennt, die Gewichtung der einzelnen Bereiche versteht und gezielt nach Prüfungsinhalten lernt, hat einen klaren Vorteil. Die wichtigsten Punkte auf einen Blick: Die gestreckte Gesellenprüfung besteht aus Teil 1 (30 %) und Teil 2 (70 %) — mit insgesamt fünf Prüfungsbereichen. Besonders Elektrotechnische Anlagen und Betriebsmittel in Teil 1 sowie der Kundenauftrag in Teil 2 haben ein hohes Gewicht und sollten deshalb im Mittelpunkt deiner Vorbereitung stehen. Zusammen machen diese beiden praktischen Prüfungsbereiche 66 % deiner Gesamtnote aus. Fang früh an, lerne strukturiert und übe mit echten Prüfungsaufgaben — dann steht einem erfolgreichen Abschluss nichts im Weg.
Bild von Über die Autorin: Anna von MyDigiAcademy
Über die Autorin: Anna von MyDigiAcademy

Anna ist Teil des Expertenteams von MyDigiAcademy und entwickelt Lerninhalte für technische Ausbildungsberufe in enger Orientierung an den Anforderungen der IHK. MyDigiAcademy hat bereits tausenden Azubis, unter anderem mit Lernvideos und Prüfungssimulationen, bei der Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfung geholfen. Durch diese Erfahrung weiß das Team genau, welche Inhalte in der Prüfung wirklich zählen und wie Azubis sich gezielt und effektiv auf ihre IHK-Prüfungen vorbereiten können.

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