Mechatroniker/-in Prüfung 2026: Aufbau, Inhalte und Gewichtung

Seit 2021 gilt für Mechatroniker/-innen die aktuelle Ausbildungsordnung. Die Prüfung ist als gestreckte Abschlussprüfung aufgebaut und besteht aus zwei Teilen: Teil 1 (praktisch, findet vor Ende der Ausbildung statt) und Teil 2 (schriftlich und praktisch, am Ende der Ausbildung). Insgesamt umfasst Teil 2 vier Prüfungsbereiche. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, welche einzelnen Prüfungen es gibt, wie sie gewichtet werden, was in den jeweiligen Prüfungen drankommt und was du beim Lernen beachten solltest.

Prüfungsbereich Prüfungsteil Zeit Gewichtung
Arbeiten an einem mechatronischen Teilsystem Teil 1, praktisch & schriftlich 8 Stunden (davon 90 min schriftlich) 40 %
Arbeitsauftrag (Teil 2) Teil 2, praktisch, mündlich 14 Stunden inklusive situativem Fachgespräch (max. 20 Minuten) 30 %
Arbeitsplanung Teil 2, schriftlich 105 Min 12 %
Funktionsanalyse Teil 2, schriftlich 105 Min 12 %
Wirtschafts- und Sozialkunde Teil 2, schriftlich 60 Min 6 %
Inhalt

Wie ist die Abschlussprüfung für Mechatroniker/-innen aufgebaut?

Wichtig: Die genauen Anforderungen richten sich nach deiner Ausbildungsordnung und den Vorgaben deiner zuständigen IHK. Für den Ausbildungsberuf Mechatroniker/-in gilt die aktuelle Ausbildungsordnung. Die Prüfung ist als gestreckte Abschlussprüfung aufgebaut und besteht aus zwei Teilen:

  • Teil 1 der Abschlussprüfung (Arbeiten an einem mechatronischen Teilsystem) findet bereits im Laufe der Ausbildung statt (ersetzt die klassische Zwischenprüfung).
  • Teil 2 der Abschlussprüfung findet am Ende deiner Ausbildung statt und umfasst folgende Prüfungsbereiche:
    • Arbeitsauftrag (praktischer Teil)
    • Arbeitsplanung
    • Funktionsanalyse
    • Wirtschafts- und Sozialkunde

Wie setzt sich die Abschlussnote zusammen?

Damit du eine gute Gesamtnote erreichst, solltest du wissen, wie sich deine Note zusammensetzt — denn nicht jeder Prüfungsbereich zählt gleich viel. Die gestreckte Abschlussprüfung für Mechatroniker/-innen umfasst insgesamt fünf Prüfungsbereiche mit folgender Gesamtgewichtung:

  • Arbeiten an einem mechatronischen Teilsystem, Teil 1 (praktisch): 40 %
  • Arbeitsauftrag, Teil 2 (praktisch): 30 %
  • Arbeitsplanung (schriftlich), Teil 2: 12 %
  • Funktionsanalyse (schriftlich), Teil 2: 12 %
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (schriftlich), Teil 2: 6 %

Wann gilt die Abschlussprüfung für Mechatroniker/-innen als bestanden?

Die Abschlussprüfung für Mechatroniker/-innen gilt als bestanden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • im Gesamtergebnis mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden,
  • im Prüfungsbereich Arbeitsauftrag mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden,
  • im Gesamtergebnis der Prüfungsbereiche Arbeitsplanung, Funktionsanalyse sowie Wirtschafts- und Sozialkunde mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden,
  • in mindestens zwei der Prüfungsbereiche Arbeitsplanung, Funktionsanalyse sowie Wirtschafts- und Sozialkunde mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden
  • und im dritten dieser Prüfungsbereiche keine ungenügenden Leistungen erbracht wurden.

Was kommt in den einzelnen Prüfungen für Mechatroniker/-innen dran?

Wenn du dich als angehender Mechatroniker oder als angehende Mechatronikerin auf deine Prüfung vorbereitest, solltest du nicht einfach wahllos Unterlagen durcharbeiten. Besser ist es, die Prüfung nach ihren Prüfungsbereichen zu strukturieren — denn jeder Bereich hat eigene Inhalte, Aufgabenformate und Schwerpunkte. Wir von MyDigiAcademy haben zahlreiche vergangene Prüfungen ausgewertet und zeigen dir, welche Themen besonders häufig vorkommen. Im folgenden Überblick findest du die wichtigsten Fakten, Inhalte und Besonderheiten der einzelnen Prüfungen.

Arbeiten an einem mechatronischen Teilsystem (Teil 1)

In der Abschlussprüfung Teil 1 zeigst du, dass du mechatronische Teilsysteme selbstständig planen, aufbauen und in Betrieb nehmen kannst. Du führst einen vollständigen praktischen Arbeitsauftrag durch und dokumentierst deine Vorgehensweise. Bewertet werden Planung, Ausführung, Funktionsprüfung und Arbeitssicherheit.

Typische Inhalte:

  • Mechanische und elektrische Baugruppen montieren und verbinden
  • Schaltpläne und technische Unterlagen anwenden
  • Steuerungen aufbauen und verdrahten
  • Hard- und Softwarekomponenten installieren und testen
  • Funktionsprüfung durchführen und dokumentieren
  • Arbeitssicherheit und einschlägige Vorschriften beachten

Arbeitsplanung

In der Arbeitsplanung zeigst du, dass du Montage und Inbetriebnahme eines mechatronischen Systems nach vorgegebenen Anforderungen planen kannst. Die Aufgaben sind schriftlich und praxisorientiert.

Typische Inhalte:

  • Arbeitsabläufe für Montage und Inbetriebnahme planen
  • Materialien, Werkzeuge und Hilfsmittel auswählen
  • Technische Dokumentationen und Schaltpläne auswerten
  • Instandhaltungsmaßnahmen planen
  • Sicherheits- und Umweltschutzvorschriften berücksichtigen

Funktionsanalyse

In der Funktionsanalyse zeigst du, dass du Fehler in mechatronischen Systemen systematisch eingrenzen und beheben kannst. Du analysierst funktionelle Zusammenhänge und beschreibst Vorgehensweisen zur Instandhaltung.

Typische Inhalte:

  • Fehler in mechatronischen Systemen systematisch eingrenzen
  • Mechanische und elektrische Größen ermitteln und darstellen
  • Bewegungsabläufe analysieren
  • Steuerungs- und Regelkreise auswerten
  • Maßnahmen zur vorbeugenden Instandhaltung beschreiben

Wirtschafts- und Sozialkunde

In dieser Prüfung geht es um allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen aus der Berufs- und Arbeitswelt. Gefragt sind grundlegende Kenntnisse, die für den Berufsalltag wichtig sind.

Typische Inhalte:

  • Rechte und Pflichten in der Ausbildung
  • Arbeitsrecht und Sozialversicherung
  • Aufbau und Organisation des Betriebs
  • wirtschaftliche Grundzusammenhänge
  • Umwelt- und Arbeitsschutz

Wie läuft der Arbeitsauftrag (Teil 2) ab?

Prüfungsart: Praktisch Dauer: Je nach Prüfungsvariante entweder 20 Stunden plus Fachgespräch (max. 30 Minuten) oder 14 Stunden bei einer praktischen Aufgabe Gewichtung: 30 % der Gesamtnote Zeitpunkt: Am Ende der Ausbildung (Teil 2) Der Arbeitsauftrag in Teil 2 ist der wichtigste praktische Prüfungsteil. Er zeigt, ob du ein mechatronisches System selbstständig planen, umsetzen, prüfen und dokumentieren kannst. Je nach Vorgabe der zuständigen Stelle bearbeitest du entweder einen betrieblichen Auftrag oder eine praktische Aufgabe. Dabei zeigst du, dass du Arbeitsabläufe sinnvoll planst, technische Unterlagen nutzt, das System fachgerecht montierst oder in Betrieb nimmst, Funktionen prüfst und deine Arbeit nachvollziehbar dokumentierst. Zum Arbeitsauftrag gehört außerdem ein Fachgespräch, in dem du dein Vorgehen erklärst und fachliche Fragen beantwortest. Typische Inhalte sind das Montieren, Inbetriebnehmen, Prüfen und Instandhalten mechatronischer Systeme sowie das Erkennen und Beheben von Fehlern.

Welche Fehler solltest du bei der Prüfungsvorbereitung vermeiden?

Typische Fehler bei der Vorbereitung auf die Prüfung für Mechatroniker/-innen sind: zu spät anfangen, ohne Plan lernen, wichtige Themen aufschieben und zu wenig mit echten Prüfungsaufgaben üben. Viele Azubis unterschätzen außerdem, wie wichtig es ist, den Prüfungsaufbau und die Gewichtung der einzelnen Bereiche zu kennen. Wer nicht weiß, welche Prüfungen wie stark zählen und welche Inhalte wirklich relevant sind, lernt oft am Bedarf vorbei und setzt die falschen Schwerpunkte.

Typische Fehler sind zum Beispiel:

  • zu spät mit dem Lernen anfangen
  • ohne klaren Lernplan lernen
  • schwierige oder wichtige Themen aufschieben
  • zu wenig mit typischen Prüfungsaufgaben üben

Häufige Fragen zur Prüfung für Mechatroniker/-innen

Wann findet Teil 1 der Abschlussprüfung für Mechatroniker/-innen statt?

Teil 1 der Abschlussprüfung findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt — also nach etwa 18 Monaten Ausbildung. Der genaue Termin wird von deiner zuständigen IHK oder HWK festgelegt.

Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre. Sie findet dual statt — also im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule.

Die Abschlussprüfung besteht aus insgesamt fünf Prüfungsbereichen: Arbeiten an einem mechatronischen Teilsystem (Teil 1), Arbeitsauftrag, Arbeitsplanung, Funktionsanalyse sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (alle Teil 2).

Teil 1 fließt mit 40 % in die Gesamtnote ein, Teil 2 mit 60 %. Innerhalb von Teil 2 zählt der Arbeitsauftrag am stärksten (50 % von Teil 2), gefolgt von Arbeitsplanung und Funktionsanalyse (je 20 % von Teil 2) sowie Wirtschafts- und Sozialkunde (10 % von Teil 2).

Ja. Eine nicht bestandene Prüfung kann bis zu zweimal wiederholt werden, frühestens zum nächstmöglichen Prüfungstermin. In Prüfungsbereichen, in denen du mindestens ausreichende Leistungen erzielt hast, kannst du auf Antrag von der Wiederholung befreit werden.

In den schriftlichen Prüfungsbereichen Arbeitsplanung, Funktionsanalyse und Wirtschafts- und Sozialkunde kann auf Antrag oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses eine mündliche Ergänzungsprüfung von ca. 15 Minuten stattfinden, wenn diese für das Bestehen den Ausschlag geben kann. Das Ergebnis wird dann im Verhältnis 2:1 (schriftlich:mündlich) gewichtet.

Mechatroniker/-innen können während der Ausbildung freiwillig Zusatzqualifikationen erwerben, zum Beispiel in den Bereichen Digitale Vernetzung, IT-Sicherheit, Programmierung oder Additive Fertigungsverfahren. Die Prüfung findet im Rahmen von Teil 2 statt und wird gesondert bescheinigt.

Das hängt davon ab, wo du deine Ausbildung absolvierst. Industriebetriebe sind in der Regel der IHK zugeordnet, Handwerksbetriebe der HWK. Beide nehmen die Abschlussprüfung ab — die Inhalte und Anforderungen sind jedoch durch die einheitliche Ausbildungsordnung bundesweit gleich.

Wenn du beim Lernen Unterstützung suchst:

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Fazit

Die Abschlussprüfung für Mechatroniker/-innen ist anspruchsvoll — aber mit der richtigen Vorbereitung absolut schaffbar. Wer den Prüfungsaufbau kennt, die Gewichtung der einzelnen Bereiche versteht und gezielt nach Prüfungsinhalten lernt, hat einen klaren Vorteil. Die wichtigsten Punkte auf einen Blick: Die gestreckte Abschlussprüfung besteht aus Teil 1 (40 %) und Teil 2 (60 %) — mit insgesamt fünf Prüfungsbereichen. Besonders Arbeiten an einem mechatronischen Teilsystem in Teil 1 sowie der Arbeitsauftrag in Teil 2 haben ein hohes Gewicht und sollten deshalb im Mittelpunkt deiner Vorbereitung stehen. Zusammen machen diese beiden praktischen Prüfungsbereiche 70 % deiner Gesamtnote aus. Fang früh an, lerne strukturiert und übe mit echten Prüfungsaufgaben — dann steht einem erfolgreichen Abschluss nichts im Weg.
Bild von Über die Autorin: Anna von MyDigiAcademy
Über die Autorin: Anna von MyDigiAcademy

Anna ist Teil des Expertenteams von MyDigiAcademy und entwickelt Lerninhalte für technische Ausbildungsberufe in enger Orientierung an den Anforderungen der IHK. MyDigiAcademy hat bereits tausenden Azubis, unter anderem mit Lernvideos und Prüfungssimulationen, bei der Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfung geholfen. Durch diese Erfahrung weiß das Team genau, welche Inhalte in der Prüfung wirklich zählen und wie Azubis sich gezielt und effektiv auf ihre IHK-Prüfungen vorbereiten können.

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