Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung Prüfung 2026: Aufbau, Inhalte und Gewichtung

Die Prüfung für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung besteht aus einer Zwischenprüfung und einer Abschlussprüfung. In den einzelnen Prüfungsbereichen der Abschlussprüfung geht es unter anderem um speditionelle und logistische Geschäftsprozesse, kaufmännische Steuerung und Kontrolle, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie ein fallbezogenes Fachgespräch. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie die Prüfung aufgebaut ist, wie die einzelnen Bereiche gewichtet werden, welche Inhalte drankommen und worauf du dich bei der Vorbereitung besonders konzentrieren solltest.

Prüfungsbereich Zeitpunkt Dauer Gewichtung
Zwischenprüfung Mitte des 2. Ausbildungsjahres max. 180 Min zählt nicht zur Endnote
Leistungserstellung in Spedition und Logistik Ende der Ausbildung 180 Min 25 %
Kaufmännische Steuerung und Kontrolle Ende der Ausbildung 90 Min 25 %
Wirtschafts- und Sozialkunde Ende der Ausbildung 60 Min 25 %
Fallbezogenes Fachgespräch Ende der Ausbildung 30 min (+ 20 min Vorbereitung) 25 %
Inhalt

Wie ist die Abschlussprüfung für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung aufgebaut?

Wichtig: Für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung gelten die Inhalte und Anforderungen der jeweils maßgeblichen Ausbildungs- und Prüfungsordnung.

Die Prüfung besteht aus einer Zwischenprüfung und einer Abschlussprüfung. Die Zwischenprüfung dient dazu, deinen Ausbildungsstand während der Ausbildung zu überprüfen. Sie zählt nicht in deine Abschlussnote! Die Abschlussprüfung findet am Ende der Ausbildung statt und umfasst mehrere Prüfungsbereiche:

  • Leistungserstellung in Spedition und Logistik
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Fallbezogenes Fachgespräch zu einer betrieblichen Fachaufgabe

Wie setzt sich die Abschlussnote zusammen?

Die Abschlussnote für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung setzt sich aus vier Prüfungsbereichen zusammen:

Leistungserstellung in Spedition und Logistik – 25 %
Kaufmännische Steuerung und Kontrolle – 25 %
Wirtschafts- und Sozialkunde – 25 %
Fallbezogenes Fachgespräch zu einer betrieblichen Fachaufgabe – 25 %

Wichtig: Auch wenn alle vier Prüfungsbereiche rechnerisch gleich stark in die Abschlussnote einfließen, ist der Bereich „Leistungserstellung in Spedition und Logistik“ besonders wichtig. In diesem Prüfungsbereich musst du mindestens ausreichende Leistungen erreichen, um die Prüfung zu bestehen.

Wann gilt die Abschlussprüfung für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung als bestanden?

Die Abschlussprüfung für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung ist bestanden, wenn:

  • im Gesamtergebnis mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden
  • in mindestens drei Prüfungsbereichen mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden
  • darunter im Prüfungsbereich „Leistungserstellung in Spedition und Logistik“ mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden

Wichtig: Der Bereich „Leistungserstellung in Spedition und Logistik“ ist ein Sperrfach. Das bedeutet, dass du in diesem Prüfungsbereich auf jeden Fall mindestens ausreichend sein musst, um die Abschlussprüfung zu bestehen.

Was kommt in den einzelnen schriftlichen Prüfungen der Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung dran?

Wenn du dich als angehende Kauffrau oder als angehender Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung auf deine IHK-Prüfung vorbereitest, solltest du nicht einfach wahllos Unterlagen durcharbeiten. Sinnvoller ist es, die Prüfung nach ihren Prüfungsbereichen zu strukturieren. Denn jeder Bereich hat eigene Inhalte, typische Aufgabenformate und bestimmte Schwerpunkte, die du kennen solltest.

Wir von MyDigiAcademy haben dafür zahlreiche frühere Prüfungen ausgewertet und so einen guten Überblick darüber gewonnen, welche Themen besonders häufig vorkommen und welche Schwerpunkte du in den einzelnen Prüfungsbereichen setzen solltest.

Im folgenden Überblick findest du die wichtigsten Fakten, Inhalte und Besonderheiten der einzelnen Prüfungen.

Leistungserstellung in Spedition und Logistik

In dieser schriftlichen Prüfung geht es vor allem um speditionelle und logistische Geschäftsprozesse. Du sollst zeigen, dass du typische Abläufe in einem Speditions- oder Logistikunternehmen verstehen, planen und auf konkrete Fälle anwenden kannst. Häufig geht es dabei nicht nur um reines Fachwissen, sondern auch darum, passende Lösungen für betriebliche Situationen zu finden.

Typische Themen sind zum Beispiel:

  • Organisation von Transporten
  • Auswahl geeigneter Verkehrsträger und Verkehrswege
  • Planung und Steuerung logistischer Abläufe
  • Lagerlogistik und Umschlagprozesse
  • Erstellung und Abwicklung von Transport- und Logistikleistungen
  • Kundenorientierte Lösungen in der Spedition
  • Zusammenarbeit mit Kunden, Frachtführern und weiteren Beteiligten
  • Wirtschaftliche und praktische Entscheidungen im Tagesgeschäft

Kaufmännische Steuerung und Kontrolle

In dieser schriftlichen Prüfung geht es vor allem um die kaufmännische Steuerung und Kontrolle im Unternehmen. Dazu gehören unter anderem Buchführung, Zahlungsverkehr, Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling sowie die wirtschaftliche Beurteilung betrieblicher Abläufe. Du sollst zeigen, dass du Zahlen verstehen, auswerten und für kaufmännische Entscheidungen nutzen kannst.

Typische Themen sind zum Beispiel:

  • Buchführung und Zahlungsverkehr
  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Controlling
  • Kalkulation von Preisen und Angeboten
  • Auswertung betrieblicher Kennzahlen
  • Wirtschaftlichkeit von Leistungen
  • kaufmännische Entscheidungen im Tagesgeschäft

Fallbezogenes Fachgespräch zu einer betrieblichen Fachaufgabe

In diesem Prüfungsbereich geht es darum, dass du eine betriebliche Fachaufgabe aus dem Bereich Spedition und Logistik bearbeitest und deine Lösung im Gespräch erklärst. Du sollst zeigen, dass du praxisnahe Aufgaben sachgerecht lösen, wirtschaftliche, technische, ökologische und rechtliche Zusammenhänge berücksichtigen und dein Vorgehen verständlich und situationsbezogen darstellen kannst. Vor dem Gespräch bekommst du eine Vorbereitungszeit von bis zu 20 Minuten. Das Fachgespräch selbst dauert höchstens 30 Minuten.

Typische Themen sind zum Beispiel:

  • Planung und Organisation eines Transports
  • Auswahl passender Verkehrswege oder Verkehrsträger
  • Lösungen für logistische Problemstellungen
  • Abstimmung mit Kunden, Frachtführern oder weiteren Beteiligten
  • wirtschaftliche Entscheidungen im Tagesgeschäft
  • Beachtung rechtlicher, technischer und ökologischer Aspekte
  • verständliche Darstellung und Begründung deiner Lösung

Wirtschafts- und Sozialkunde

Für WiSo solltest du vor allem Inhalte aus Wirtschaft, Recht, Sozialversicherung, Arbeitsrecht, Tarifrecht, Mitbestimmung sowie Rechte und Pflichten in der Ausbildung lernen. Außerdem kommen häufig typische Fragen aus dem Berufsalltag, zur Volkswirtschaft und zu rechtlichen sowie wirtschaftlichen Zusammenhängen dran.

Wir empfehlen dir, den Fokus vor allem auf folgende Lernfelder und Themen zu legen:

  • Markt und Preis (Wirtschaftskreislauf, Bruttoinlandsprodukt, Wirtschaftsordnungen, Marktformen, Angebot und Nachfrage, Preisbildung, Wettbewerb, Unternehmenszusammenschlüsse, Marktversagen und staatliche Eingriffe in den Markt)
  • Wirtschaftspolitik (Stabilitätsgesetz, Konjunkturzyklus, Ziele der Wirtschaftspolitik, Beschäftigungs- und Arbeitsmarktpolitik, Inflation und Deflation, Geldwert, Kaufkraft, Geldpolitik der Europäischen Zentralbank)
  • Rechtsgeschäfte und Verträge (Willenserklärungen, Rechts- und Geschäftsfähigkeit, Kaufvertrag, Besitz und Eigentum, Vertragsstörungen, mangelhafte Lieferung, Lieferungsverzug, Zahlungsverzug, Verjährung
  • In Ausbildung und Beruf orientieren (Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsverhältnis, Arbeitsrecht, Jugendarbeitsschutz, Tarifvertrag, Mitbestimmung, Sozialversicherungssystem, Kündigung, Lohn und Gehalt)
  • Unternehmensaspekte (Rechtsformen von Unternehmen, Kaufmannseigenschaft, Handelsregister, Firma, Prokura und Vollmacht, einfache Grundlagen zum Unternehmen im Wirtschaftsgeschehen

Wie solltest du für die Prüfung der Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung lernen?

Nachdem du weißt, wie die Prüfung aufgebaut ist und wie sich die einzelnen Bereiche auf dein Ergebnis auswirken, stellt sich natürlich die Frage, wie du dich optimal vorbereiten kannst. Denn für eine gute Vorbereitung auf die Abschlussprüfung als Kauffrau oder Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistung reicht es nicht aus, einfach möglichst viel Stoff irgendwie durchzugehen. Viel wichtiger ist es, gezielt, prüfungsorientiert und mit klarer Struktur zu lernen. Wenn du genau weißt, was in den einzelnen Prüfungsbereichen verlangt wird, typische Aufgabenformate verstehst, regelmäßig wiederholst und frühzeitig mit einem realistischen Lernplan startest, hast du deutlich bessere Chancen auf ein gutes Ergebnis in deiner Abschlussprüfung.

Welche Fehler solltest du bei der Prüfungsvorbereitung für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung vermeiden?

Typische Fehler bei der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung sind: zu spät anfangen, ohne Plan lernen, wichtige Themen aufschieben und zu wenig mit echten Prüfungsaufgaben üben. Viele Azubis unterschätzen außerdem, wie wichtig es ist, den Prüfungsaufbau und die Anforderungen der einzelnen Prüfungsbereiche zu kennen. Wer nicht weiß, welche Inhalte in den einzelnen Bereichen wichtig sind und worauf es in der Prüfung ankommt, lernt oft an den Anforderungen vorbei und setzt die falschen Schwerpunkte.

Typische Fehler sind zum Beispiel:

  • zu spät mit dem Lernen anfangen
  • ohne klaren Lernplan lernen
  • schwierige oder wichtige Themen aufschieben
  • zu wenig mit typischen Prüfungsaufgaben üben

Häufige Fragen zur Prüfung für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung

Zählt die Zwischenprüfung schon für die Abschlussnote?

Nein, die Zwischenprüfung zählt nicht zur Abschlussnote. Sie dient vor allem dazu, deinen aktuellen Ausbildungsstand zu überprüfen und dir zu zeigen, wo du dich bis zur Abschlussprüfung noch verbessern kannst. Die Abschlussnote ergibt sich erst aus den Prüfungsbereichen der Abschlussprüfung.

Die Prüfung ist bestanden, wenn dein Gesamtergebnis mindestens ausreichend ist, du in mindestens drei Prüfungsbereichen mindestens ausreichend erreichst und darunter auch der Prüfungsbereich „Leistungserstellung in Spedition und Logistik“ mit mindestens ausreichend bewertet wurde. In keinem Prüfungsbereich darf außerdem die Note ungenügend vorliegen.

Du bekommst zwei praxisnahe Aufgaben aus dem Bereich Spedition und Logistik zur Auswahl. Eine davon bearbeitest du, bereitest deine Lösung kurz vor und erklärst sie anschließend im Fachgespräch. Dabei kommt es darauf an, dass du dein Vorgehen verständlich, fachlich richtig und praxisnah begründen kannst. Für die Vorbereitung hast du bis zu 20 Minuten, das Gespräch selbst dauert höchstens 30 Minuten.

Die Abschlussprüfung besteht aus vier Prüfungsbereichen. Jeder dieser Bereiche wird mit bis zu 100 Punkten bewertet. Für das Gesamtergebnis werden die vier Punktwerte addiert und anschließend durch 4 geteilt. Rechnerisch zählt also jeder Bereich 25 %.

Das bedeutet für die Gewichtung:

  • Leistungserstellung in Spedition und Logistik – 25 %
  • Kaufmännische Steuerung und Kontrolle – 25 %
  • Wirtschafts- und Sozialkunde – 25 %
  • Fallbezogenes Fachgespräch – 25 %

Es gibt keine feste Themenliste. Grundlage sind praxisnahe Aufgaben aus dem Bereich speditionelle und logistische Leistungen. Welche Themen konkret möglich sind, hängt auch davon ab, welche Schwerpunkte in deinem Ausbildungsbetrieb eine Rolle spielen.

Es gibt drei schriftliche Prüfungen: Leistungserstellung in Spedition und Logistik, Kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Dazu kommt noch das fallbezogene Fachgespräch als weiterer Prüfungsbereich.

Am besten bereitest du dich vor, indem du typische Praxissituationen aus Spedition und Logistik übst und dir überlegst, wie du deine Entscheidungen klar und verständlich begründen würdest. Wichtig ist nicht nur die richtige Lösung, sondern auch, dass du dein Vorgehen strukturiert, fachlich sauber und nachvollziehbar erklären kannst.

Die schriftliche Abschlussprüfung besteht aus drei Prüfungsbereichen. Für Leistungserstellung in Spedition und Logistik hast du 180 Minuten, für Kaufmännische Steuerung und Kontrolle 90 Minuten und für Wirtschafts- und Sozialkunde 60 Minuten. Insgesamt dauert der schriftliche Teil also 330 Minuten.

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Fazit

Wer sich auf die Prüfung für Kaufleute für Spedition und Logistikdienstleistung vorbereiten will, sollte vor allem den Aufbau, die Anforderungen und die Inhalte der einzelnen Prüfungsbereiche kennen. Genau das ist die Grundlage, um einen sinnvollen Lernplan zu erstellen und wichtige Themen rechtzeitig zu wiederholen. Besonders hilfreich ist es, nicht wahllos zu lernen, sondern sich an typischen Prüfungsinhalten und Aufgabenformaten zu orientieren. So kannst du dich gezielt auf die schriftlichen Prüfungen und das fallbezogene Fachgespräch vorbereiten, sicherer in die Prüfung gehen und deine Chancen auf ein gutes Ergebnis deutlich verbessern.
Bild von Über die Autorin: Anna von MyDigiAcademy
Über die Autorin: Anna von MyDigiAcademy

Anna ist Teil des Expertenteams von MyDigiAcademy und entwickelt Lerninhalte für kaufmännische Ausbildungsberufe in enger Orientierung an den Anforderungen der IHK. MyDigiAcademy hat bereits tausenden Azubis, unter anderem mit Lernvideos und Prüfungssimulationen, bei der Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfung geholfen. Durch diese Erfahrung weiß das Team genau, welche Inhalte in der Prüfung wirklich zählen und wie Azubis sich gezielt und effektiv auf ihre IHK-Prüfungen vorbereiten können.

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