Verkäufer Prüfung 2026: Aufbau, Inhalte und Gewichtung

Die Ausbildung zum Verkäufer umfasst eine Zwischenprüfung und eine Abschlussprüfung. Die Zwischenprüfung findet in der Regel zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres statt und dient dazu, deinen aktuellen Ausbildungsstand zu überprüfen. Sie zählt nicht zur Abschlussnote. Die Abschlussprüfung folgt am Ende der Ausbildung und besteht aus drei schriftlichen Prüfungsbereichen sowie einem mündlichen Fachgespräch. In den einzelnen Prüfungsbereichen geht es unter anderem um Verkauf und Werbemaßnahmen, Warenwirtschaft und Kalkulation, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie das Fachgespräch in der Wahlqualifikation. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie die Prüfung aufgebaut ist, wie die einzelnen Bereiche gewichtet werden, welche Inhalte drankommen und worauf du dich bei der Vorbereitung besonders konzentrieren solltest.

Prüfungsbereich Prüfungsteil Dauer Gewichtung
Zwischenprüfung während der Ausbildung max. 120 min zählt nicht zur Endnote
Verkauf und Werbemaßnahmen Abschlussprüfung 90 min 25 %
Warenwirtschaft und Kalkulation Abschlussprüfung 60 min 15 %
Wirtschafts- und Sozialkunde Abschlussprüfung 60 min 10 %
Fachgespräch in der Wahlqualifikation Abschlussprüfung max. 20 min (+ 15 min Vorbereitung) 50 %
Inhalt

Wie ist die Abschlussprüfung für Verkäufer aufgebaut?

Wichtig: Für Verkäufer gelten die Inhalte und Anforderungen der jeweils maßgeblichen Ausbildungs- und Prüfungsordnung.

Die Ausbildung umfasst eine Zwischenprüfung und eine Abschlussprüfung. Die Zwischenprüfung findet in der Regel zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres statt und dient dazu, deinen aktuellen Ausbildungsstand zu überprüfen. Sie zählt nicht zur Abschlussnote. Die Abschlussprüfung folgt am Ende der Ausbildung.

Die Abschlussprüfung umfasst folgende Prüfungsbereiche:

  • Verkauf und Werbemaßnahmen
  • Warenwirtschaft und Kalkulation
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Fachgespräch in der Wahlqualifikation

Wie setzt sich die Abschlussnote zusammen?

Die Abschlussnote für Verkäufer setzt sich aus den vier Prüfungsbereichen der Abschlussprüfung zusammen:

Verkauf und Werbemaßnahmen – 25 %
Warenwirtschaft und Kalkulation – 15 %
Wirtschafts- und Sozialkunde – 10 %
Fachgespräch in der Wahlqualifikation – 50 %

Wichtig: Das Fachgespräch in der Wahlqualifikation hat mit 50 % den größten Anteil an deiner Abschlussnote. Die Zwischenprüfung zählt nicht zur Abschlussnote.

Wann gilt die Abschlussprüfung für Verkäufer als bestanden?

Die Abschlussprüfung für Verkäufer ist bestanden, wenn:

  • das Gesamtergebnis mindestens ausreichend ist,
  • in mindestens zwei schriftlichen Prüfungsfächern mindestens ausreichende Leistungen erzielt wurden,
  • und im Fachgespräch in der Wahlqualifikation mindestens ausreichende Leistungen erzielt wurden.

Nicht bestanden ist die Prüfung, wenn

  • in einem Prüfungsfach die Note ungenügend vorliegt,
  • in drei Prüfungsbereichen die Note mangelhaft vorliegt,
  • oder im Fachgespräch in der Wahlqualifikation unter 50 Punkte erreicht werden.

Was kommt in den einzelnen schriftlichen Prüfungen der Verkäufer dran?

Wenn du dich als angehende Verkäuferin oder als angehender Verkäufer auf deine IHK-Prüfung vorbereitest, solltest du nicht einfach wahllos Unterlagen durcharbeiten. Sinnvoller ist es, die Prüfung nach ihren Prüfungsbereichen zu strukturieren. Denn jeder Bereich hat eigene Inhalte, typische Aufgabenformate und bestimmte Schwerpunkte, die du kennen solltest.

Wir von MyDigiAcademy haben dafür zahlreiche frühere Prüfungen ausgewertet und so einen guten Überblick darüber gewonnen, welche Themen besonders häufig vorkommen und welche Schwerpunkte du in den einzelnen Prüfungsbereichen setzen solltest.

Im folgenden Überblick findest du die wichtigsten Fakten, Inhalte und Besonderheiten der einzelnen Prüfungen.

Verkauf und Werbemaßnahmen

In dieser schriftlichen Prüfung geht es vor allem um Verkaufssituationen im Einzelhandel. Du sollst zeigen, dass du Kundinnen und Kunden beraten, Verkaufsgespräche führen und Werbemaßnahmen im Verkaufsalltag sinnvoll einsetzen kannst. Laut Ausbildungsordnung geht es dabei insbesondere um kunden- und dienstleistungsorientiertes Verhalten, Kommunikation mit Kundinnen und Kunden sowie um das Präsentieren und Bewerben von Waren und Dienstleistungen.

Typische Inhalte sind zum Beispiel:

  • Beratungs- und Verkaufsgespräche
  • kundenorientiertes Verhalten
  • Umgang mit Einwänden und Reklamationen
  • Warenpräsentation
  • Werbemaßnahmen am Verkaufsort
  • Service- und Dienstleistungsangebote
  • rechtliche Grundlagen im Verkauf

Warenwirtschaft und Kalkulation

In dieser schriftlichen Prüfung geht es vor allem um Warenbewegungen und kaufmännische Grundlagen im Einzelhandel. Du sollst zeigen, dass du mit Beständen, Warenflüssen und Preisen sicher umgehen kannst und verstehst, wie wirtschaftliche Entscheidungen im Einzelhandel getroffen werden. Dazu gehören auch Kalkulationen, die Bewertung von Waren und das Verständnis für betriebliche Abläufe rund um den Wareneinsatz.

Typische Inhalte sind zum Beispiel:

  • Wareneingang und Warenlagerung
  • Bestandskontrolle
  • Warenfluss und Warenwirtschaft
  • Preisbildung und Kalkulation
  • Bezugs- und Verkaufspreise
  • Rabatt, Skonto und Handelsspanne
  • wirtschaftliche Entscheidungen im Warenbereich

Fachgespräch in der Wahlqualifikation

Im Fachgespräch in der Wahlqualifikation bearbeitest du eine praxisbezogene Aufgabe aus dem Einzelhandel. Du bekommst zwei Aufgaben zur Auswahl, entscheidest dich für eine davon und bereitest deinen Lösungsweg in 15 Minuten vor. Anschließend stellst du deine Lösung im Gespräch dar. Das Fachgespräch selbst dauert maximal 20 Minuten.

Dabei geht es nicht nur um Fachwissen, sondern auch darum, dass du typische Situationen aus dem Berufsalltag verstehst, kundenorientiert handelst und dein Vorgehen klar und nachvollziehbar erklären kannst. Beispiel: Du sollst erklären, wie du bei einer Kundenreklamation, einer Verkaufsaktion oder einer Beratungssituation in deinem Warenbereich vorgehen würdest. Da das Fachgespräch mit 50 % den größten Anteil an deiner Abschlussnote hat, solltest du diesen Prüfungsbereich besonders ernst nehmen.

Wirtschafts- und Sozialkunde

Wir empfehlen dir, den Fokus vor allem auf folgende Lernfelder und Themen zu legen:

Kaufverträge und Rechtsgrundlagen im Einzelhandel (Willenserklärungen, Kaufvertrag, Besitz und Eigentum, Vertragsstörungen, mangelhafte Lieferung, Lieferungsverzug, Zahlungsverzug, Verjährung, verbraucherrechtliche Grundlagen)
In Ausbildung und Beruf orientieren (Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsverhältnis, Arbeitsrecht, Jugendarbeitsschutz, Tarifvertrag, Mitbestimmung, Sozialversicherungssystem, Kündigung, Lohn und Gehalt)
Wirtschaftliche Grundlagen im Einzelhandel (Angebot und Nachfrage, Preisbildung, Wettbewerb, Marktformen, Kaufkraft, Inflation und Deflation)
Unternehmen und betriebliche Zusammenhänge (Rechtsformen von Unternehmen, Kaufmannseigenschaft, Handelsregister, Firma, Prokura und Vollmacht, einfache betriebliche Abläufe im Unternehmen)
Wirtschaftspolitische Grundlagen (Ziele der Wirtschaftspolitik, Konjunktur, Beschäftigung, Geldwert, Geldpolitik der Europäischen Zentralbank)

Wie solltest du für die Prüfung der Verkäufer lernen?

Nachdem du weißt, wie die Prüfung aufgebaut ist und wie sich die einzelnen Bereiche auf dein Ergebnis auswirken, stellt sich natürlich die Frage, wie du dich optimal vorbereiten kannst. Denn für eine gute Vorbereitung auf die Abschlussprüfung als Verkäuferin oder Verkäufer reicht es nicht aus, einfach möglichst viel Stoff irgendwie durchzugehen. Viel wichtiger ist es, gezielt, prüfungsorientiert und mit klarer Struktur zu lernen. Wenn du genau weißt, was in den einzelnen Prüfungsbereichen verlangt wird, typische Aufgabenformate verstehst, regelmäßig wiederholst und frühzeitig mit einem realistischen Lernplan startest, hast du deutlich bessere Chancen auf ein gutes Ergebnis in deiner Abschlussprüfung.

Welche Fehler solltest du bei der Prüfungsvorbereitung für Verkäufer vermeiden?

Typische Fehler bei der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung für Verkäufer sind: zu spät anfangen, ohne Plan lernen, wichtige Themen aufschieben und zu wenig mit echten Prüfungsaufgaben üben. Viele Azubis unterschätzen außerdem, wie wichtig es ist, den Prüfungsaufbau und die Anforderungen der einzelnen Prüfungsbereiche zu kennen. Wer nicht weiß, welche Inhalte in den einzelnen Bereichen wichtig sind und worauf es in der Prüfung ankommt, lernt oft an den Anforderungen vorbei und setzt die falschen Schwerpunkte.

Typische Fehler sind zum Beispiel:

  • zu spät mit dem Lernen anfangen
  • ohne klaren Lernplan lernen
  • schwierige oder wichtige Themen aufschieben
  • zu wenig mit typischen Prüfungsaufgaben üben

Häufige Fragen zur Prüfung für Verkäufer

Zählt die Zwischenprüfung schon für die Abschlussnote?

Nein. Die Zwischenprüfung dient dazu, deinen Ausbildungsstand zu überprüfen, zählt aber nicht zur Abschlussnote. In die Abschlussnote fließen nur die vier Prüfungsbereiche der Abschlussprüfung ein.

Die Zwischenprüfung findet in der Regel zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres statt. Sie soll dir und deinem Ausbildungsbetrieb zeigen, wo du fachlich gerade stehst und woran du bis zur Abschlussprüfung noch arbeiten solltest.

Es gibt drei schriftliche Prüfungen: Verkauf und Werbemaßnahmen, Warenwirtschaft und Kalkulation sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Dazu kommt noch das Fachgespräch in der Wahlqualifikation als mündlicher Prüfungsbereich.

Den größten Anteil an deiner Abschlussnote hat das Fachgespräch in der Wahlqualifikation mit 50 %. Danach folgen Verkauf und Werbemaßnahmen mit 25 %, Warenwirtschaft und Kalkulation mit 15 % und Wirtschafts- und Sozialkunde mit 10 %.

Ja, auf jeden Fall. Das Fachgespräch bezieht sich auf deine Wahlqualifikation, aber auch dein Warenbereich und typische Situationen aus deinem betrieblichen Alltag sind wichtig. Du solltest also Produkte, Kundensituationen, Servicefragen und typische Abläufe in deinem Bereich sicher erklären können.

Du bekommst zwei praxisbezogene Aufgaben zur Auswahl und entscheidest dich für eine davon. Danach hast du 15 Minuten Vorbereitungszeit. Das Fachgespräch selbst dauert höchstens 20 Minuten und beginnt mit der Darstellung deines Lösungswegs.

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. In einem der drei schriftlichen Prüfungsbereiche kann eine mündliche Ergänzungsprüfung möglich sein, wenn das für das Bestehen ausschlaggebend sein kann. Die Bewertung wird dann im Verhältnis 2:1 aus schriftlicher Leistung und Ergänzungsprüfung gebildet.

Im Beruf Verkäufer gibt es vier mögliche Wahlqualifikationen: Sicherstellung der Warenpräsenz, Beratung von Kunden, Kassensystemdaten und Kundenservice sowie Werbung und Verkaufsförderung. Welche davon für dich gilt, steht in deinem Ausbildungsvertrag und ist auch die Grundlage für dein Fachgespräch.

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Fazit

Wer sich auf die Prüfung für Verkäufer vorbereiten will, sollte vor allem den Aufbau, die Anforderungen und die Inhalte der einzelnen Prüfungsbereiche kennen. Genau das ist die Grundlage, um einen sinnvollen Lernplan zu erstellen und wichtige Themen rechtzeitig zu wiederholen. Besonders hilfreich ist es, nicht wahllos zu lernen, sondern sich an typischen Prüfungsinhalten und Aufgabenformaten zu orientieren. So kannst du dich gezielt auf die schriftlichen Prüfungen und das Fachgespräch in der Wahlqualifikation vorbereiten, sicherer in die Prüfung gehen und deine Chancen auf ein gutes Ergebnis deutlich verbessern.
Bild von Über die Autorin: Anna von MyDigiAcademy
Über die Autorin: Anna von MyDigiAcademy

Anna ist Teil des Expertenteams von MyDigiAcademy und entwickelt Lerninhalte für kaufmännische Ausbildungsberufe in enger Orientierung an den Anforderungen der IHK. MyDigiAcademy hat bereits tausenden Azubis, unter anderem mit Lernvideos und Prüfungssimulationen, bei der Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfung geholfen. Durch diese Erfahrung weiß das Team genau, welche Inhalte in der Prüfung wirklich zählen und wie Azubis sich gezielt und effektiv auf ihre IHK-Prüfungen vorbereiten können.

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