Fachinformatiker für Systemintegration Prüfung 2026: Aufbau, Inhalte und Gewichtung

Die Abschlussprüfung für Fachinformatiker für Systemintegration besteht aus Teil 1 und Teil 2. In den einzelnen Prüfungsbereichen der Abschlussprüfung geht es unter anderem um das Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes, das Planen und Umsetzen eines Projektes der Systemintegration, die Konzeption und Administration von IT-Systemen, die Analyse und Entwicklung von Netzwerken sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, wie die Prüfung aufgebaut ist, wie die einzelnen Bereiche gewichtet werden, welche Inhalte drankommen und worauf du dich bei der Vorbereitung besonders konzentrieren solltest.

Prüfungsbereich Prüfungsteil Zeit Gewichtung
Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes Mitte der Ausbildung 90 Min 20 %
Planen und Umsetzen eines Projektes der Systemintegration Ende der Ausbildung Projektarbeit + Dokumentation
Präsentation + Fachgespräch
50 %
Konzeption und Administration von IT-Systemen Ende der Ausbildung 90 Min 10 %
Analyse und Entwicklung von Netzwerken Ende der Ausbildung 90 Min 10 %
Wirtschafts- und Sozialkunde Ende der Ausbildung 60 Min 10 %
Inhalt

Wie ist die Abschlussprüfung für Fachinformatiker für Systemintegration aufgebaut?

Wichtig: Für Fachinformatiker für Systemintegration gelten die Inhalte und Anforderungen der jeweils maßgeblichen Ausbildungs- und Prüfungsordnung.

Die Prüfung besteht aus Teil 1 und Teil 2. Teil 1 findet bereits während der Ausbildung statt und fließt in deine Abschlussnote ein. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung.

Teil 1 umfasst folgenden Prüfungsbereich:

  • Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes

Teil 2 umfasst folgende Prüfungsbereiche:

  • Planen und Umsetzen eines Projektes der Systemintegration
  • Konzeption und Administration von IT-Systemen
  • Analyse und Entwicklung von Netzwerken
  • Wirtschafts- und Sozialkunde

Wie setzt sich die Abschlussnote zusammen?

Die Abschlussnote für Fachinformatiker für Systemintegration setzt sich aus Teil 1 und Teil 2 zusammen. Teil 1 zählt 20 %, Teil 2 zählt 80 %.

Die einzelnen Prüfungsbereiche werden dabei so gewichtet:

Teil 1: Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes – 20 %
Teil 2: Planen und Umsetzen eines Projektes der Systemintegration – 50 %
Teil 2: Konzeption und Administration von IT-Systemen – 10 %
Teil 2: Analyse und Entwicklung von Netzwerken – 10 %
Teil 2: Wirtschafts- und Sozialkunde – 10 %

Wann gilt die Abschlussprüfung für Fachinformatiker für Systemintegration als bestanden?

Die Abschlussprüfung für Fachinformatiker für Systemintegration ist bestanden, wenn:

  • das Gesamtergebnis aus Teil 1 und Teil 2 mindestens ausreichend ist,
  • das Ergebnis von Teil 2 mindestens ausreichend ist,
  • in mindestens drei Prüfungsbereichen von Teil 2 mindestens ausreichend erreicht wurde
  • und in keinem Prüfungsbereich von Teil 2 die Note ungenügend vorliegt.

Was kommt in den einzelnen schriftlichen Prüfungen der Fachinformatiker für Systemintegration dran?

Wenn du dich als angehende Fachinformatikerin oder als angehender Fachinformatiker für Systemintegration auf deine IHK-Prüfung vorbereitest, solltest du nicht einfach wahllos Unterlagen durcharbeiten. Sinnvoller ist es, die Prüfung nach ihren Prüfungsbereichen zu strukturieren. Denn jeder Bereich hat eigene Inhalte, typische Aufgabenformate und bestimmte Schwerpunkte, die du kennen solltest.

Wir von MyDigiAcademy haben dafür zahlreiche frühere Prüfungen ausgewertet und so einen guten Überblick darüber gewonnen, welche Themen besonders häufig vorkommen und welche Schwerpunkte du in den einzelnen Prüfungsbereichen setzen solltest.

Im folgenden Überblick findest du die wichtigsten Fakten, Inhalte und Besonderheiten der einzelnen Prüfungen.

Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes

In dieser Prüfung geht es vor allem um typische IT-Arbeitsplatz- und Supportthemen aus dem Berufsalltag. Du sollst zeigen, dass du IT-gestützte Arbeitsplätze einrichten, Clients in Netzwerke einbinden, Serviceanfragen bearbeiten und Datenschutz- sowie Sicherheitsanforderungen berücksichtigen kannst. Dabei geht es nicht nur um Fachwissen, sondern auch darum, Zusammenhänge zu verstehen und praxisnah anzuwenden.

Wichtige Inhalte sind zum Beispiel:

  • Arbeitsplätze nach Kundenwunsch ausstatten
  • Hardware-Komponenten wie Mainboard, Prozessor (CPU), Speicher, Netzteile und Monitor-Auflösung
  • BIOS/UEFI, Dateisysteme sowie Schnittstellen und Anschlüsse
  • Energiebedarf berechnen
  • Clients in Netzwerke einbinden
  • OSI-Schichtenmodell, Netzwerkkomponenten, TCP/IP, MAC- und IP-Adressen
  • Client-Server-Modelle, RAID-Systeme und Netzprotokolle
  • Cloud Computing und Datenverschlüsselung
  • Datenschutz, Sicherheitsrisiken und Schutzmaßnahmen
  • DSGVO, Auftragsverarbeitung und weitere rechtliche Grundlagen
  • Phishing, Malware, Social Engineering, Brute-Force-Angriffe und Man-in-the-Middle-Angriffe
  • Schutzbedarfsanalyse sowie technische und organisatorische Maßnahmen
  • Serviceanfragen
  • IT-Serviceanfragen, IT-Vertragsarten sowie Service- und Supportlevels
  • Projektmanagement, Projektstrukturplan, GANTT-Diagramm und Netzplan erstellen

Konzeption und Administration von IT-Systemen

In dieser Prüfung geht es vor allem darum, IT-Systeme zu planen, zu konfigurieren und zu verwalten. Du sollst zeigen, dass du technische Anforderungen analysieren, passende Systemlösungen konzipieren und den Betrieb von IT-Systemen sicherstellen kannst. Dabei kommt es nicht nur auf Fachwissen an, sondern auch darauf, dass du Zusammenhänge erkennst und typische Aufgaben aus der Systemintegration strukturiert bearbeitest.

Wichtige Inhalte sind zum Beispiel:

  • IT-Systeme planen und konfigurieren
  • Server, Clients und Dienste einrichten
  • Betriebssysteme und Anwendungen administrieren
  • Benutzer- und Rechteverwaltung
  • Datensicherung und Wiederherstellung
  • IT-Sicherheit und Datenschutz
  • Fehler analysieren und Störungen beheben
  • Systeme überwachen und warten
  • technische Dokumentationen erstellen
  • Änderungen und Erweiterungen an bestehenden Systemen umsetzen

Analyse und Entwicklung von Netzwerken

In dieser Prüfung geht es vor allem darum, Netzwerke zu analysieren, zu planen und weiterzuentwickeln. Du sollst zeigen, dass du Netzwerkprotokolle passend auswählst, Netzwerkkomponenten bedarfsgerecht einsetzt, die IT-Sicherheit in Netzwerken sicherstellst und den Betrieb sowie die Verfügbarkeit von Netzwerken überwachen kannst. Die Aufgaben sind praxisbezogen und orientieren sich an typischen Situationen aus der Systemintegration.

Wichtige Inhalte sind zum Beispiel:

  • Netzwerkprotokolle auswählen und einsetzen
  • Netzwerkkomponenten bedarfsgerecht auswählen und konfigurieren
  • IP-Adressierung und Subnetting
  • Switching und Routing
  • Netzwerkdienste und deren Zusammenspiel
  • IT-Sicherheit in Netzwerken
  • Firewall-, Zugriffs- und Sicherheitskonzepte
  • Netzwerke überwachen und Verfügbarkeit sicherstellen
  • Störungen analysieren und eingrenzen
  • Netzwerke planen, erweitern und optimieren

Wirtschafts- und Sozialkunde

In dieser Prüfung geht es vor allem um wirtschaftliche, rechtliche und gesellschaftliche Grundlagen, die für den Berufsalltag wichtig sind. Du sollst zeigen, dass du typische Fragen aus Beruf, Unternehmen und Wirtschaft verstehen, einordnen und beurteilen kannst. Die Aufgaben sind dabei praxisbezogen, auch wenn es nicht direkt um IT-Technik geht.

Wichtige Inhalte sind zum Beispiel:

Kaufverträge und rechtliche Grundlagen (Willenserklärungen, Rechts- und Geschäftsfähigkeit, Kaufvertrag, Vertragsstörungen, mangelhafte Lieferung, Lieferungsverzug, Zahlungsverzug, Verjährung)
In Ausbildung und Beruf orientieren (Rechte und Pflichten aus dem Ausbildungsverhältnis, Arbeitsrecht, Jugendarbeitsschutz, Tarifvertrag, Mitbestimmung, Sozialversicherungssystem, Kündigung, Lohn und Gehalt)
Markt und Preis (Angebot und Nachfrage, Preisbildung, Wettbewerb, Marktformen, Kaufkraft, Inflation und Deflation)
Unternehmensaspekte (Rechtsformen von Unternehmen, Kaufmannseigenschaft, Handelsregister, Firma, Prokura und Vollmacht, betriebliche Abläufe im Unternehmen)
Wirtschaftspolitik (Ziele der Wirtschaftspolitik, Konjunktur, Beschäftigung, Geldwert, Geldpolitik der Europäischen Zentralbank)

Wie läuft die Projektarbeit ab und was zählt sie?

Der Prüfungsbereich „Planen und Umsetzen eines Projektes der Systemintegration“ gehört zu Teil 2 der Abschlussprüfung und findet damit am Ende der Ausbildung statt. In diesem Prüfungsbereich führst du eine betriebliche Projektarbeit durch, reichst vorher eine Projektbeschreibung mit Ausgangssituation, Projektziel und Zeitplanung ein und erstellst anschließend eine Dokumentation mit praxisbezogenen Unterlagen. Für Projektarbeit und Dokumentation hast du insgesamt maximal 40 Stunden Zeit. Danach folgt eine Präsentation mit Fachgespräch von zusammen maximal 30 Minuten, wobei die Präsentation höchstens 15 Minuten dauern soll. Der gesamte Prüfungsbereich zählt 50 % zur Abschlussnote; innerhalb des Bereichs zählen Projektarbeit mit Dokumentation und Präsentation mit Fachgespräch jeweils 50 %.

Welche Fehler solltest du bei der Prüfungsvorbereitung für Fachinformatiker für Systemintegration vermeiden?

Typische Fehler bei der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung für Fachinformatiker für Systemintegration sind: zu spät anfangen, ohne Plan lernen, wichtige Themen aufschieben und zu wenig mit echten Prüfungsaufgaben üben. Viele Azubis unterschätzen außerdem, wie wichtig es ist, den Prüfungsaufbau und die Anforderungen der einzelnen Prüfungsbereiche zu kennen. Wer nicht weiß, welche Inhalte in Teil 1, Teil 2 und besonders in der Projektarbeit mit Präsentation und Fachgespräch wichtig sind, lernt oft an den Anforderungen vorbei und setzt die falschen Schwerpunkte.

Typische Fehler sind zum Beispiel:

  • zu spät mit dem Lernen anfangen
  • ohne klaren Lernplan lernen
  • schwierige oder wichtige Themen aufschieben
  • zu wenig mit typischen Prüfungsaufgaben üben

Häufige Fragen zur Prüfung für Fachinformatiker für Systemintegration

Zählt Teil 1 schon für die Abschlussnote?

Ja. Teil 1 der Abschlussprüfung zählt bereits für deine Abschlussnote und fließt mit 20 % in das Gesamtergebnis ein. Teil 2 macht die restlichen 80 % aus.

Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt, also meist gegen Ende des zweiten Ausbildungsjahres. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung.

Den größten Anteil an der Abschlussnote hat „Planen und Umsetzen eines Projektes der Systemintegration“ mit 50 %. Genau deshalb solltest du die Projektarbeit, die Dokumentation, die Präsentation und das Fachgespräch besonders gut vorbereiten.

Du führst eine betriebliche Projektarbeit durch und dokumentierst sie mit praxisbezogenen Unterlagen. Danach folgen Präsentation und Fachgespräch; zusammen stehen dafür maximal 30 Minuten zur Verfügung.

Für die betriebliche Projektarbeit inklusive Dokumentation sind maximal 40 Stunden vorgesehen. Wichtig ist außerdem: Das Projekt soll real im Betrieb stattfinden und keine rein fiktive Aufgabenstellung sein.

Ein gutes Projektthema ist ein echter betrieblicher Auftrag aus der Systemintegration, zum Beispiel die Einführung, Erweiterung oder Optimierung einer IT-Infrastruktur. Das Thema sollte fachlich anspruchsvoll genug sein und dir ermöglichen, Planung, Umsetzung und Begründung sauber darzustellen.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist in einem schriftlichen Prüfungsbereich von Teil 2 eine mündliche Ergänzungsprüfung möglich. Das kann wichtig sein, wenn genau dieser Bereich darüber entscheidet, ob du die Abschlussprüfung bestehst.

Die Prüfung ist bestanden, wenn das Gesamtergebnis aus Teil 1 und Teil 2 mindestens ausreichend ist, Teil 2 insgesamt mindestens ausreichend ist, in mindestens drei Prüfungsbereichen von Teil 2 mindestens ausreichend erreicht wurde und in keinem Prüfungsbereich von Teil 2 die Note ungenügend vorliegt.

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Fazit

Wer sich auf die Prüfung für Fachinformatiker für Systemintegration vorbereiten will, sollte vor allem den Aufbau, die Anforderungen und die Inhalte der einzelnen Prüfungsbereiche kennen. Genau das ist die Grundlage, um einen sinnvollen Lernplan zu erstellen und wichtige Themen rechtzeitig zu wiederholen. Besonders hilfreich ist es, nicht wahllos zu lernen, sondern sich an typischen Prüfungsinhalten und Aufgabenformaten zu orientieren. So kannst du dich gezielt auf Teil 1, Teil 2 und besonders auf die Projektarbeit mit Präsentation und Fachgespräch vorbereiten, sicherer in die Prüfung gehen und deine Chancen auf ein gutes Ergebnis deutlich verbessern.
Bild von Über die Autorin: Anna von MyDigiAcademy
Über die Autorin: Anna von MyDigiAcademy

Anna ist Teil des Expertenteams von MyDigiAcademy und entwickelt Lerninhalte für IT Ausbildungsberufe in enger Orientierung an den Anforderungen der IHK. MyDigiAcademy hat bereits tausenden Azubis, unter anderem mit Lernvideos und Prüfungssimulationen, bei der Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfung geholfen. Durch diese Erfahrung weiß das Team genau, welche Inhalte in der Prüfung wirklich zählen und wie Azubis sich gezielt und effektiv auf ihre IHK-Prüfungen vorbereiten können.

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