Erfolgskonten einfach erklärt | Aufwand, Ertrag & GuV verstehen

Inhaltsverzeichnis

Woher weißt du am Jahresende, ob dein Unternehmen Gewinn oder Verlust gemacht hat? Die Antwort liefern die Erfolgskonten. In dieser Lektion lernst du, was Aufwand und Ertrag sind, wie Erfolgskonten aufgebaut werden und wie du über das GuV-Konto in vier Schritten den Periodenerfolg ermittelst.

📊 Was sind Erfolgskonten?

Bisherige Buchungen mit reinen Bestandskonten hatten keinen Einfluss auf den Gewinn. Erfolgskonten dagegen beeinflussen den Periodenerfolg – also Gewinn oder Verlust am Ende des Geschäftsjahres. Es gibt zwei Typen: Aufwandskonten und Ertragskonten.

⚖️ Aufwand und Ertrag

Aufwand = Wert des Verbrauchs von Gütern/Dienstleistungen in einer Periode → mindert das Eigenkapital. Ertrag = Einnahmen, die das Nettovermögen erhöhen → steigern das Eigenkapital.

Merkmal Aufwand Ertrag
Wirkung aufs Eigenkapital mindert es steigert es
Zunahme auf der Seite Soll Haben
Saldo steht im Haben Soll
Beispiele Miet-, Zins-, Reparaturaufwand Umsatzerlöse, Miet-, Zinserträge

⚠️ Achtung: Auszahlungen an Eigentümer sind kein Aufwand (obwohl sie das EK mindern), und Einzahlungen der Eigentümer sind kein Ertrag (obwohl sie das EK erhöhen).

🧩 Warum nicht direkt aufs Eigenkapitalkonto?

Theoretisch könnte man jeden Aufwand und Ertrag direkt aufs Eigenkapitalkonto buchen. Auf Dauer wird das aber unübersichtlich – man kann nicht mehr nachvollziehen, warum Aufwendungen oder Erträge entstanden sind. Deshalb nutzt man Erfolgskonten, die Unterkonten des Eigenkapitalkontos sind, und das GuV-Konto.

🏗️ Aufbau der Erfolgskonten

Wie jedes Konto haben Erfolgskonten eine Soll- (links) und eine Haben-Seite (rechts). Im Gegensatz zu Bestandskonten haben sie keinen Anfangsbestand – sie nehmen grundsätzlich nur zu:

  • 📉 Aufwandskonten nehmen im Soll zu.
  • 📈 Ertragskonten nehmen im Haben zu.

Erstattungen oder Stornierungen bucht man auf die gegenüberliegende Seite. Den Abschlusswert nennt man hier Saldo (nicht „Schlussbestand" wie bei Bestandskonten).

✍️ Buchungssätze: zwei Beispiele

🏢 Miete 2.000 € per Bank bezahlt → Aufwand. Mietaufwand nimmt im Soll zu, Bank (Aktivkonto) im Haben ab:

📒 Mietaufwand 2.000 an Bank 2.000

💰 Dividende 5.000 € auf dem Bankkonto erhalten → Ertrag. Bank nimmt im Soll zu, das Ertragskonto im Haben:

📒 Bank 5.000 an Erträge aus Wertpapieren 5.000

🔚 Erfolgskonten abschließen in 4 Schritten

Schritt Was passiert?
1 Für jedes Aufwands- und Ertragskonto den Saldo bilden
2 Konten über das GuV-Konto abschließen: Aufwände ins Soll, Erträge ins Haben
3 Saldo der GuV bilden = Periodenerfolg. Saldo im Soll → Gewinn, Saldo im Haben → Verlust
4 GuV über das Eigenkapitalkonto abschließen: Gewinn ins Haben, Verlust ins Soll

🧮 Beispiel: Gewinn ermitteln

Gegeben sind vier Erfolgskonten mit ihren Salden:

Aufwendungen (Soll) Erträge (Haben)
Mietaufwand 10.000 € Umsatzerlöse 70.000 €
Lohnaufwand 30.000 € Zinserträge 15.000 €
Summe 40.000 € Summe 85.000 €

🧮 Saldo = Erträge − Aufwendungen = 85.000 − 40.000 = 45.000 € Gewinn
(Der Saldo steht im Soll der GuV → Gewinn.)

Der Gewinn steigert das Eigenkapital, wird also im Haben gebucht:

📒 GuV 45.000 an Eigenkapital 45.000

👉 Wäre die Summe der Aufwendungen größer gewesen, stünde der GuV-Saldo im Haben – ein Verlust, der das Eigenkapital mindert (Buchung: Eigenkapital an GuV).

🎯 Fazit

Erfolgskonten erfassen Aufwendungen (Zunahme im Soll) und Erträge (Zunahme im Haben) als Unterkonten des Eigenkapitals. Über das GuV-Konto ermittelst du in vier Schritten den Periodenerfolg: Saldo bilden → über GuV abschließen → Periodenerfolg bestimmen → über Eigenkapital abschließen. Sind die Erträge größer, hast du einen Gewinn; überwiegen die Aufwendungen, einen Verlust.

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