Name, Adresse, E-Mail, Geburtsdatum: Jedes Unternehmen verarbeitet täglich personenbezogene Daten. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) legt fest, wie das zu geschehen hat. In dieser Lektion lernst du, was personenbezogene Daten sind, welche Rechte Betroffene haben, welche Pflichten Unternehmen treffen und was bei einer Datenpanne innerhalb von 72 Stunden passieren muss.
📜 Was regelt die DSGVO?
Die Datenschutz-Grundverordnung ist eine Verordnung der Europäischen Union und gilt seit 2018 unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Sie regelt den Umgang mit personenbezogenen Daten, also allen Informationen, die sich auf eine identifizierbare Person beziehen.
Beispiele für personenbezogene Daten: Name, Alter, Adresse, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, aber auch Kontonummer, IP-Adresse, Kfz-Kennzeichen oder Fotos.
🔑 Grundregel: Personenbezogene Daten müssen vor unbefugtem Zugriff geschützt und gelöscht werden, sobald sie für den Zweck nicht mehr benötigt werden.
🙋 Rechte der Betroffenen
Jede Person, deren Daten verarbeitet werden, hat gegenüber dem Unternehmen klare Rechte:
| Recht | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| Auskunftsrecht | Erfahren, welche Daten gespeichert sind und wozu | Du fragst einen Online-Shop, welche Daten er über dich hat |
| Recht auf Berichtigung | Falsche Daten korrigieren lassen | Die falsch geschriebene Adresse wird geändert |
| Recht auf Löschung („Recht auf Vergessenwerden“) | Daten müssen gelöscht werden, wenn kein Grund zur Speicherung mehr besteht | Nach der Kündigung wird dein Kundenkonto gelöscht |
| Recht auf Datenübertragbarkeit | Daten in einem gängigen Format mitnehmen | Beim Wechsel des E-Mail-Providers nimmst du deine Kontakte mit |
Dazu kommen das Widerspruchsrecht gegen bestimmte Verarbeitungen und das Recht, eine Einwilligung jederzeit zu widerrufen.
🏢 Pflichten für Unternehmen
- Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM): z. B. rollenbasiertes Zugriffsmanagement, Verschlüsselung, Mitarbeiterschulungen.
- Transparenz: Eine Datenschutzerklärung informiert verständlich darüber, welche Daten wofür verarbeitet werden.
- Einwilligung: Für Newsletter, Cookies oder Werbung braucht es eine ausdrückliche, freiwillige und dokumentierte Einwilligung. Voreingestellte Häkchen sind nicht erlaubt.
- Datenminimierung: Es dürfen nur die Daten erhoben werden, die für den Zweck wirklich nötig sind.
👉 Beispiel Datenminimierung: Ein Fitnessstudio braucht Kontakt- und Zahlungsdaten seiner Mitglieder, aber weder Religion noch Einkommen.
💡 Prüfungstipp: Weitere Grundsätze der DSGVO, die gern abgefragt werden: Zweckbindung (Daten nur für den angegebenen Zweck nutzen), Speicherbegrenzung (nicht länger als nötig aufbewahren) und Rechtmäßigkeit (Verarbeitung nur mit Rechtsgrundlage wie Einwilligung, Vertrag oder Gesetz).
🚨 Datenpanne: die 72-Stunden-Regel
Kommt es zu einer Datenpanne, etwa durch einen Hackerangriff, ein Datenleck oder einen verlorenen Laptop mit Kundendaten, gilt:
⏱️ Das Unternehmen muss die Panne innerhalb von 72 Stunden der zuständigen Datenschutzbehörde melden. Besteht ein hohes Risiko für die Betroffenen, müssen auch diese informiert werden.
Verstöße gegen die DSGVO können mit Bußgeldern von bis zu 20 Millionen Euro oder 4 % des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden.
🧪 Typische Prüfungsfragen
- Was sind personenbezogene Daten? Nenne vier Beispiele.
- Nenne und erkläre drei Rechte, die die DSGVO Betroffenen einräumt.
- Was bedeutet der Grundsatz der Datenminimierung?
- Welche Anforderungen muss eine Einwilligung nach DSGVO erfüllen?
- Innerhalb welcher Frist muss eine Datenpanne gemeldet werden, und an wen?
🎯 Fazit
Die DSGVO schützt personenbezogene Daten in der gesamten EU. Betroffene haben das Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung und Datenübertragbarkeit. Unternehmen müssen Daten mit TOMs schützen, transparent informieren, Einwilligungen sauber einholen und nach dem Grundsatz der Datenminimierung handeln. Eine Datenpanne ist innerhalb von 72 Stunden zu melden.