Wie verwandelst du einen Geschäftsvorfall in einen korrekten Buchungssatz? Mit einem einfachen Schema gelingt das fast automatisch. In dieser Lektion lernst du die Grundregel „Soll an Haben", den dreistufigen Weg zum Buchungssatz und übst ihn an typischen Prüfungsfällen.
📚 Doppik – die doppelte Buchführung
Doppik steht für die doppelte Buchführung in Kontenform. Das heißt: Jeder Geschäftsvorfall wird doppelt erfasst – auf einem Konto im Soll und auf einem Gegenkonto im Haben, jeweils mit demselben Betrag. Daraus folgt die wichtigste Regel überhaupt:
📒 Allgemeiner Buchungssatz: Soll an Haben
Bei jedem Geschäftsvorfall sind also mindestens zwei Konten betroffen.
Die Doppik hat zwei Vorteile: Du siehst jederzeit den Vermögens- und Schuldenstand, und du kannst den Periodenerfolg auf zwei Arten ermitteln – über den Eigenkapitalvergleich oder über die Gewinn- und Verlustrechnung.
🪜 In drei Schritten zum Buchungssatz
Beispiel: Du kaufst eine Maschine für 500.000 € auf Rechnung (zahlst also noch nicht).
- 1. Betroffene Konten finden: Konto Maschinen und Konto Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (weil auf Rechnung gekauft).
- 2. Kontenart, Betrag, Soll/Haben bestimmen: Maschinen (Aktivkonto) nimmt um 500.000 € im Soll zu; Verb. aus L+L (Passivkonto) nimmt um 500.000 € im Haben zu.
- 3. Buchungssatz aufstellen (Soll an Haben).
📒 Maschinen 500.000 an Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 500.000
👉 Grundregel der Bestandskonten:
| Kontenart | Zunahme | Abnahme |
|---|---|---|
| Aktivkonto (Vermögen) | Soll | Haben |
| Passivkonto (Schulden/EK) | Haben | Soll |
⚖️ Warum immer „Soll an Haben"?
Weil Aktiva und Passiva einer Bilanz wertmäßig immer gleich groß sein müssen. Buchst du falsch – etwa Soll an Soll oder Haben an Haben – gerät die Bilanz aus dem Gleichgewicht. Und selbst Haben an Soll, das die Bilanz zufällig ausgeglichen lässt, erfasst den Vorfall inhaltlich falsch. Merke dir einfach: niemals Soll an Soll oder Haben an Haben.
💶 Weiteres Beispiel: Kasse → Bank
Du zahlst 5.000 € aus der Kasse aufs Bankkonto ein. Beide sind Aktivkonten: Bank nimmt im Soll zu, Kasse nimmt im Haben ab.
📒 Bank 5.000 an Kasse 5.000
📝 Übung: typische Geschäftsvorfälle
| Geschäftsvorfall | Buchungssatz |
|---|---|
| Altes Auto für 1.000 € bar verkauft | Kasse 1.000 an Fuhrpark 1.000 |
| Liquiditätskredit 20.000 € aufs Girokonto | Bank 20.000 an Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten 20.000 |
| Eigentümer entnimmt 50.000 € vom Bankkonto | Eigenkapital 50.000 an Bank 50.000 |
| Immobilie 6,5 Mio € (4 Mio Kredit + 2,5 Mio Bank) | Grundstücke u. Gebäude 6,5 Mio an Verb. ggü. Kreditinstituten 4 Mio, Bank 2,5 Mio |
| 100 Telefonanlagen à 50 € auf Ziel verkauft | Forderungen aus L+L 5.000 an Betriebs- u. Geschäftsausstattung 5.000 |
⚠️ Bei mehr als zwei Konten (wie beim Immobilienkauf) muss die Soll-Seite wertmäßig gleich der Haben-Seite sein: 4 Mio + 2,5 Mio = 6,5 Mio. ✅
🗂️ Kontenrahmen und Kontenplan
Welche Konten betroffen sind, lernst du vor allem durch Übung – in Prüfungen wiederholen sich die Konten stark. Hilfreich ist der Kontenrahmen: eine nach Kontenart gegliederte Empfehlung für einen Wirtschaftszweig (z. B. die Industrie), oft im Lehrbuch abgedruckt. Darauf aufbauend entwickelt jeder Betrieb seinen eigenen Kontenplan, der seine speziellen Belange berücksichtigt.
🎯 Fazit
Mit dem Drei-Schritte-Schema – betroffene Konten finden → Kontenart, Betrag und Soll/Haben bestimmen → Buchungssatz aufstellen – bildest du jeden Buchungssatz sicher. Die eiserne Regel bleibt „Soll an Haben", und bei mehreren Konten müssen beide Seiten wertmäßig übereinstimmen. Den Rest macht Übung.