Elektroniker/-in für Geräte und Systeme Prüfung 2026: Aufbau, Inhalte und Gewichtung

Für Elektroniker/-innen für Geräte und Systeme gilt die Verordnung über die industriellen Elektroberufe (Neufassung 2018). Die Abschlussprüfung ist gestreckt: Teil 1 findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und zählt bereits 40 %, Teil 2 am Ende der Ausbildung. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, welche Prüfungen es gibt, wie sie gewichtet werden, was drankommt und worauf du beim Lernen achten solltest.

5 Prüfungsbereicheverteilt auf Teil 1 und Teil 2
40 % größter AnteilKomplexe Arbeitsaufgabe
4× schriftlich2× praktisch oder mündlich
PrüfungsbereichPrüfungsteilZeitGewichtung
Komplexe ArbeitsaufgabeTeil 1, praktisch & schriftlichmax. 8 Stunden (davon max. 90 Min schriftlich)40 %
ArbeitsauftragTeil 2, praktisch mit FachgesprächVariante 1: 20 Stunden + Fachgespräch max. 30 Min; Variante 2: 14 Stunden inkl. Fachgespräch max. 20 Min30 %
SystementwurfTeil 2, schriftlich120 Min12 %
Funktions- und SystemanalyseTeil 2, schriftlich120 Min12 %
Wirtschafts- und SozialkundeTeil 2, schriftlich60 Min6 %
Inhalt
🎓 Prüfungsvorbereitung

Bereit für deine Abschlussprüfung?

Lerne mit Lernvideos, Lerntexten, Übungen und dem Prüfungssimulator genau die Themen, die in deiner Prüfung drankommen.

Wie ist die Abschlussprüfung für Elektroniker/-innen für Geräte und Systeme aufgebaut?

Wichtig: Die genauen Anforderungen richten sich nach der Ausbildungsverordnung und den Vorgaben deiner IHK. Die bundeseinheitlichen Aufgaben erstellt die PAL. Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre, die Prüfung besteht aus zwei Teilen:

  • Teil 1 der Abschlussprüfung (Komplexe Arbeitsaufgabe) findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt und zählt 40 % der Gesamtnote.
  • Teil 2 findet am Ende der Ausbildung statt, zählt 60 % und umfasst folgende Prüfungsbereiche:
    • Arbeitsauftrag (praktischer Teil)
    • Systementwurf
    • Funktions- und Systemanalyse
    • Wirtschafts- und Sozialkunde

Wie setzt sich die Abschlussnote zusammen?

Teil 1 zählt 40 %, Teil 2 zusammen 60 %. Innerhalb von Teil 2 gilt die Verteilung 50 : 20 : 20 : 10. Auf die Gesamtnote umgerechnet ergibt sich folgende Gewichtung:

Gewichtung im Detail
  • Komplexe Arbeitsaufgabe (Teil 1): 40 %
  • Arbeitsauftrag (Teil 2): 30 %
  • Systementwurf (Teil 2): 12 %
  • Funktions- und Systemanalyse (Teil 2): 12 %
  • Wirtschafts- und Sozialkunde (Teil 2): 6 %
Gewichtung der Prüfungsbereiche: Elektroniker/-in für Geräte und Systeme

Wann gilt die Abschlussprüfung als bestanden?

Die Abschlussprüfung für Elektroniker/-innen für Geräte und Systeme ist bestanden, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • im Gesamtergebnis mindestens ausreichend,
  • im Prüfungsbereich Arbeitsauftrag mindestens ausreichend,
  • im Gesamtergebnis der Bereiche Systementwurf, Funktions- und Systemanalyse sowie WiSo mindestens ausreichend,
  • in zwei dieser drei Bereiche mindestens ausreichend und
  • im dritten Bereich keine ungenügende Leistung.

Was kommt in den einzelnen Prüfungen für Elektroniker/-innen für Geräte und Systeme dran?

Strukturiere deine Vorbereitung nach Prüfungsbereichen, denn jeder Bereich hat eigene Aufgabenformate und Schwerpunkte. Im Überblick findest du die wichtigsten Fakten und Inhalte der einzelnen Prüfungen. Den Arbeitsauftrag in Teil 2 erklären wir weiter unten ausführlich.

Komplexe Arbeitsaufgabe (Teil 1)

In Teil 1 zeigst du an einer funktionsfähigen Komponente oder einem Gerät, dass du die Inhalte der ersten Ausbildungshälfte beherrschst. Dazu gehören situative Gesprächsphasen (zusammen max. 10 Minuten) und schriftliche Aufgaben (max. 90 Minuten).

Typische Inhalte
  • Technische Unterlagen auswerten und Parameter bestimmen
  • Material und Werkzeug disponieren
  • Montieren, verdrahten und konfigurieren
  • Sicherheitsregeln und Unfallverhütung einhalten
  • Schutzmaßnahmen prüfen
  • Fehler suchen und beseitigen
  • In Betrieb nehmen und Prüfprotokolle erstellen

Systementwurf

Im Systementwurf planst du nach vorgegebenen Anforderungen Änderungen an einem Gerät oder System und am zugehörigen Fertigungsablauf.

Typische Inhalte
  • Technische Problemanalyse
  • Lösungskonzepte für den konstruktiven Aufbau
  • Mechanische, elektrische und elektronische Komponenten auswählen
  • Fertigungs- und Prüfabläufe festlegen
  • Schaltungs- und Fertigungsunterlagen anpassen
  • Standardsoftware einsetzen

Wirtschafts- und Sozialkunde

In Wirtschafts- und Sozialkunde geht es um wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt, geprüft mit praxisbezogenen Aufgaben.

Typische Inhalte
  • Ausbildungsvertrag und Berufsbildungsgesetz
  • Arbeits- und Tarifrecht
  • Mitbestimmung im Betrieb
  • Sozialversicherung
  • Arbeitsschutz
  • Betriebsorganisation

Funktions- und Systemanalyse

Hier analysierst du ein elektronisches Gerät oder System, ordnest Signale zu und bestimmst Fehlerursachen.

Typische Inhalte
  • Technische Unterlagen auswerten, auch auf Englisch
  • Prüf- und Diagnosesysteme auswählen und einsetzen
  • Funktionsgruppen inklusive Softwaremodulen analysieren
  • Signale an Schnittstellen zuordnen
  • Fehlerursachen bestimmen
  • EMV und Schutzmaßnahmen beurteilen

Wie läuft der Arbeitsauftrag (Teil 2) ab?

PrüfungsartPraktisch mit Fachgespräch, zwei Varianten
DauerVariante 1: 20 Stunden + Fachgespräch max. 30 Min · Variante 2: 14 Stunden inkl. Fachgespräch max. 20 Min
Gewichtung30 % der Gesamtnote
ZeitpunktAm Ende der Ausbildung (Teil 2)
Der Arbeitsauftrag ist der wichtigste praktische Teil von Teil 2 und muss mindestens mit „ausreichend“ bestanden werden. Welche Variante du machst, legt dein Ausbildungsbetrieb bei der Anmeldung fest. Bei Variante 1 bearbeitest du einen echten betrieblichen Auftrag aus deinem Einsatzgebiet, dokumentierst ihn und führst danach ein auftragsbezogenes Fachgespräch. Bei Variante 2 bearbeitest du eine bundeseinheitliche praktische Aufgabe, die von einem begleitenden Fachgespräch ergänzt wird. Bewertet wird die ganze Handlung: Auftrag analysieren, Lösung planen, umsetzen, Funktion und Sicherheit prüfen, Fehler suchen, übergeben und dokumentieren.

Welche Fehler solltest du bei der Prüfungsvorbereitung vermeiden?

Typische Fehler bei der Vorbereitung sind: Teil 1 unterschätzen, ohne Plan lernen und die schriftlichen Bereiche von Teil 2 zu spät angehen. Da Teil 1 bereits 40 % zählt, lohnt sich eine gründliche Vorbereitung von Anfang an.

Typische Fehler sind zum Beispiel:

  • Teil 1 unterschätzen, obwohl er 40 % zählt
  • ohne klaren Lernplan lernen
  • Fehlersuche und Messtechnik zu wenig üben
  • zu wenig mit typischen Prüfungsaufgaben üben

Häufige Fragen zur Prüfung für Elektroniker/-innen für Geräte und Systeme

Wann findet Teil 1 der Abschlussprüfung statt?

Teil 1 findet vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt. Den genauen Termin legt deine IHK fest.

Die Ausbildung dauert 3,5 Jahre und findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verkürzung möglich.

Teil 1 besteht aus der Komplexen Arbeitsaufgabe. Teil 2 hat vier Bereiche: Arbeitsauftrag, Systementwurf, Funktions- und Systemanalyse sowie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Teil 1 zählt 40 %, Teil 2 zählt 60 %. Umgerechnet auf die Gesamtnote: Arbeitsauftrag 30 %, Systementwurf 12 %, Funktions- und Systemanalyse 12 % und WiSo 6 %.

Ja, eine nicht bestandene Abschlussprüfung kann zweimal wiederholt werden. Wiederholt werden die Bereiche, die nicht ausreichend waren.

In Systementwurf, Funktions- und Systemanalyse oder WiSo ist eine mündliche Ergänzungsprüfung möglich, wenn sie für das Bestehen den Ausschlag geben kann. Das bisherige und das mündliche Ergebnis werden im Verhältnis 2 : 1 gewichtet.

Zuständig ist die IHK. Die bundeseinheitlichen Prüfungsaufgaben erstellt die PAL.

Seit 2018 gibt es Zusatzqualifikationen wie Digitale Vernetzung, Programmierung und IT-Sicherheit. Nach der Ausbildung sind zum Beispiel Industriemeister/-in Elektrotechnik oder Prozessmanager/-in Elektrotechnik möglich.

Deine nächsten Schritte

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Alle Lernfelder, Lernvideos und Übungen für deinen Beruf und dazu der Prüfungssimulator, der dich auf Teil 1 und Teil 2 vorbereitet.

Fazit

Die Abschlussprüfung für Elektroniker/-innen für Geräte und Systeme ist anspruchsvoll, aber gut planbar. Teil 1 zählt schon 40 %, deshalb lohnt sich eine frühe Vorbereitung. In Teil 2 ist der Arbeitsauftrag mit 30 % der wichtigste Bereich und muss bestanden werden. Lerne strukturiert nach Prüfungsbereichen und übe mit typischen Prüfungsaufgaben. Dann steht einem erfolgreichen Abschluss nichts im Weg.
Bild von Über die Autorin: Anna von MyDigiAcademy
Über die Autorin: Anna von MyDigiAcademy

Anna ist Teil des Expertenteams von MyDigiAcademy und entwickelt Lerninhalte für technische Ausbildungsberufe in enger Orientierung an den Anforderungen der IHK. MyDigiAcademy hat bereits tausenden Azubis, unter anderem mit Lernvideos und Prüfungssimulationen, bei der Vorbereitung auf ihre Abschlussprüfung geholfen. Durch diese Erfahrung weiß das Team genau, welche Inhalte in der Prüfung wirklich zählen und wie Azubis sich gezielt und effektiv auf ihre IHK-Prüfungen vorbereiten können.

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AW

Antonia Wenzel

Ausbilderin, Raben Trans