Ein paar Paletten mehr, das wird schon passen? Genau so entstehen Überladungen, und die haben technische, rechtliche und wirtschaftliche Folgen. In dieser Lektion lernst du, was die zulässige Gesamtmasse und die Achslasten bedeuten, wie du die Überladung absolut und in Prozent berechnest, welche Folgen drohen und wie du dich verhältst, wenn dein LKW überladen wäre.
⚖️ Zulässige Gesamtmasse und Achslasten
Die zulässige Gesamtmasse (zGM) ist die maximal erlaubte Masse eines Fahrzeugs im betriebsbereiten Zustand, also inklusive Ladung, Fahrer, Kraftstoff und Betriebsmittel. Sie steht in den Fahrzeugpapieren.
Überladen ist ein Fahrzeug in zwei Fällen:
| Fall | Beispiel |
|---|---|
| Gesamtmasse überschritten | 47 t statt der erlaubten 40 t |
| Achslast überschritten | Gesamtmasse mit 38 t in Ordnung, aber die Ladung steht so weit vorne, dass die Vorderachse überlastet ist |
🔑 Merke: Auch ein Fahrzeug, das insgesamt nicht zu schwer ist, kann überladen sein, wenn die Ladung falsch verteilt ist.
🧮 Überladung berechnen
Zuerst wird gewogen, achsweise oder als Gesamtmasse, und das Ergebnis mit der zGM verglichen.
🧮 Absolute Überladung = tatsächliche Masse − zulässige Gesamtmasse
Überladung in % = absolute Überladung ÷ zulässige Gesamtmasse × 100
👉 Beispiel: 43,4 t auf der Waage, 40 t erlaubt. Absolute Überladung: 43,4 t − 40 t = 3,4 t Überladung in Prozent: 3,4 ÷ 40 × 100 = 8,5 %
⚠️ Folgen einer Überladung
| Bereich | Folgen |
|---|---|
| Technisch | Mehr Verschleiß an Bremsen, Reifen, Achsen und Rahmen, längerer Bremsweg, schlechtere Fahrstabilität, Reifen können platzen |
| Rechtlich | Bußgelder (steigen mit dem Prozentsatz), Punkte in Flensburg, Untersagung der Weiterfahrt, Haftung für Fahrer und Halter |
| Betrieblich | Zeitverlust, Umladekosten, verspätete Lieferung, unzufriedene Kunden |
🙋 Richtiges Verhalten bei Verdacht auf Überladung
- Nicht losfahren.
- Lagermitarbeiter und Disponenten informieren.
- Den Transport in dieser Form ablehnen.
- Ein Fahrzeug mit mehr Nutzlast anfordern oder nur einen Teil der Ware mitnehmen.
💡 Prüfungstipp: Der Fahrer ist für sein Fahrzeug verantwortlich. „Der Chef hat gesagt, ich soll fahren“ schützt nicht vor Bußgeld und Punkten.
✏️ Übungsaufgabe
Eine Sattelzugmaschine hat 26.000 kg zGM und 11.800 kg Leergewicht. Geladen werden 14 Paletten à 1.200 kg. Dazu kommen 300 kg Hilfsmittel, 100 kg Fahrer und Ausrüstung und 200 kg Kraftstoff.
| Posten | Masse |
|---|---|
| Leergewicht | 11.800 kg |
| 14 Paletten × 1.200 kg | 16.800 kg |
| Hilfsmittel | 300 kg |
| Fahrer und Ausrüstung | 100 kg |
| Kraftstoff | 200 kg |
| Tatsächliche Masse | 29.200 kg |
- Absolute Überladung: 29.200 kg − 26.000 kg = 3.200 kg
- Überladung in Prozent: 3.200 ÷ 26.000 × 100 ≈ 12,3 %
Antwort: Mindestens 3.200 kg müssen abgeladen werden. Danach die Achslasten erneut prüfen.
🧪 Typische Prüfungsfragen
- Was zählt alles zur zulässigen Gesamtmasse eines Fahrzeugs?
- Wie berechnest du die Überladung in Prozent?
- Kann ein Fahrzeug überladen sein, obwohl die Gesamtmasse eingehalten wird?
- Welche technischen und rechtlichen Folgen hat Überladung?
- Wie verhältst du dich, wenn dein LKW bei der Verladung überladen wäre?
🎯 Fazit
Ein Fahrzeug ist überladen, wenn die zulässige Gesamtmasse oder eine Achslast überschritten ist. Die absolute Überladung ist die Differenz zur zGM, die prozentuale ergibt sich aus absolute Überladung ÷ zGM × 100. Überladung kostet Sicherheit, Geld und Punkte. Bei Verdacht gilt: nicht losfahren, Disposition informieren und Ladung reduzieren.