Preisbildung im Monopol einfach erklärt | Gewinnmaximum, Umsatz & Cournotscher Punkt

Inhaltsverzeichnis

Wenn es für ein Produkt nur einen einzigen Anbieter gibt, wer bestimmt dann den Preis? Im Angebotsmonopol ist das der Monopolist selbst. In dieser Lektion lernst du, wie ein Monopol entsteht, welche Arten es gibt und wie du mit einer Preis-Mengen-Tabelle den gewinnmaximalen Preis berechnest.

👑 Was ist ein Angebotsmonopol?

Ein Angebotsmonopol ist ein Markt mit einem Anbieter und vielen Nachfragern. Es entsteht z. B. durch patentgeschützte Erfindungen oder durch Unternehmenszusammenschlüsse. Danach unterscheidet man:

  • 🏢 Individualmonopol – ein einzelnes Unternehmen, nicht durch Zusammenschluss entstanden.
  • 🤝 Kollektivmonopol – durch Unternehmenszusammenschluss entstanden.

⚖️ Arten von Monopolen

Typ Prinzip & Ziel Beispiel
🚌 Bedarfsdeckungs­monopol gemeinwirtschaftlich: optimale Versorgung, Preise decken nur die Kosten kommunale Verkehrsbetriebe
💰 Gewinnmaximierungs­monopol erwerbswirtschaftlich: maximaler Gewinn – kann staatliche Eingriffe nötig machen privater Alleinhersteller

💶 Wie bildet der Monopolist den Preis?

Im Monopol legt der Monopolist den Preis fest – nicht Angebot und Nachfrage. Er ist dabei aber von seinen Kosten und der Nachfrage abhängig. Beispiel: Die Küchen AG ist der einzige Messerhersteller des Landes und muss entscheiden, welchen Preis sie verlangt.

📊 Die Preis-Mengen-Tabelle

So baust du die Tabelle auf (Fixkosten 100 €, variable Kosten 2 €/Stück): Umsatz = Preis × Menge, Gesamtkosten = Fix + variabel, Gewinn = Umsatz − Gesamtkosten.

Preis Menge Umsatz Fixk. Var. K. Gesamtk. Gewinn
24 € 0 0 € 100 € 0 € 100 € −100 €
20 € 20 400 € 100 € 40 € 140 € 260 €
16 € 40 640 € 100 € 80 € 180 € 460 €
12 € 60 720 € 100 € 120 € 220 € 500 €
8 € 80 640 € 100 € 160 € 260 € 380 €
4 € 100 400 € 100 € 200 € 300 € 100 €
0 € 120 0 € 100 € 240 € 340 € −340 €

🎯 Umsatzmaximum & Cournotscher Punkt

Aus der Tabelle und der Grafik (X-Achse = Menge, Y-Achse = €) liest du zwei Maxima ab:

  • 📈 Umsatzmaximum: höchster Punkt der Umsatzkurve – bei 60 Stück / 12 € (720 € Umsatz).
  • 💎 Gewinnmaximum: dort, wo die Differenz aus Umsatz und Gesamtkosten am größten ist. Grafisch schiebst du die Kostengerade nach oben, bis sie die Umsatzkurve gerade noch berührt – bei etwa 55 Stück / 13 € (≈ 505 € Gewinn).

📍 Die gewinnmaximale Preis-Mengen-Kombination heißt Cournotscher Punkt. Die Küchen AG verlangt also am besten rund 13 € pro Messer.

👉 Zwischen den beiden Nullstellen des Gewinns liegt die Gewinnzone: Der erste Übergang Verlust→Gewinn heißt Gewinnschwelle, der zweite Gewinn→Verlust Gewinngrenze.

🚀 Wie steigert ein Monopolist seinen Gewinn?

  • 📍 Die gewinnmaximale Preis-Menge (Cournotscher Punkt) wählen.
  • ✂️ Kosten senken – z. B. Strom sparen oder Personal durch Maschinen ersetzen.
  • 📣 Die Nachfrage steigern – z. B. durch Werbung/Marketing.

🤔 Warum oft niedrigere Preise?

In der Praxis verlangen Monopolisten häufig weniger als den gewinnmaximalen Preis, weil:

  • 🚆 Bedarfsdeckungsmonopole nur kostendeckend kalkulieren (die Deutsche Bahn teils sogar darunter).
  • 📰 sie öffentliche Kritik und Rufschädigung bei zu hohen Preisen fürchten.
  • 🚧 niedrige Preise neuen Anbietern den Markteintritt erschweren.

🎯 Fazit

Im Angebotsmonopol setzt der Anbieter den Preis – begrenzt durch Kosten und Nachfrage. Mit der Preis-Mengen-Tabelle (Umsatz, Gesamtkosten, Gewinn) findest du den Cournotschen Punkt, die gewinnmaximale Kombination. Für die Küchen AG sind das rund 13 € und 55 Messer. Beachte den Unterschied: Das Umsatzmaximum (12 €) liegt nicht beim Gewinnmaximum (13 €).

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AW

Antonia Wenzel

Ausbilderin, Raben Trans